Test: JHS Double Dragon – Wie viel Mojo versprüht das Lo-Fi-Octave-Pedal?

Der JHS Double Dragon ist das erste reine Octaver-Pedal des Herstellers aus Kansas City und widmet sich dem Vintage-Sound von Klassikern wie dem Boss OC-2 oder der MXR Blue Box. Das Lo-Fi-Octave-Pedal arbeitet komplett analog und bietet neben einer tiefen Oktave auch einen schaltbaren Octave-Fuzz-Schaltkreis mit hoher Oktave. Neben den beiden Octaver-Schaltkreisen verfügt das in den USA hergestellte Pedal über reichlich Output-Reserven zum Anblasen von Amps oder nachgeschalteten Verzerrern.

JHS Double Dragon bonedo Test

JHS Double Dragon – Das Wichtigste in Kürze

  • Welche Funktionen bietet der JHS Double Dragon Octaver? Der Double Dragon erzeugt eine tiefe Oktave unter dem Originalsignal, die sich in der Lautstärke regeln und mit einem Octave-Fuzz-Schaltkreis kombinieren lässt. Außerdem verfügt das Pedal über hohe Boost-Reserven für nachgeschaltete Amps oder Verzerrer.
  • Kann der Octaver Akkorde verarbeiten? Der analoge Schaltkreis kann tiefe Oktaven nur für Einzeltöne erzeugen und reagiert auf Akkorde mit dem typischen „Stutter-Effekt“. Dies gilt aber nicht für den Octave-Fuzz-Schaltkreis.
  • Lässt sich die Octave-Fuzz-Sektion auch separat nutzen? Der Octave-Fuzz-Schaltkreis funktioniert nur bei aktivierter tiefer Oktave. Mit komplett zurückgedrehtem Octave-Down-Level ist er allerdings auch separat nutzbar.
  • Was sagt der Test? Der Double Dragon versprüht authentischen Vintage-Charme und liefert warme, Synth-ähnliche und inspirierende Octave-Down-Sounds. Zusammen mit dem Octave-Fuzz-Schaltkreis entstehen so massive „Riff-Wände“, die sich hervorragend für Duos im Stile der White Stripes oder Royal Blood eignen dürften.

Wie wird das Double Dragon Pedal bedient?

Das JHS-Standard-Gehäuse des Double Dragon bringt bei Abmessungen von 65 × 60 × 125 mm 308 Gramm auf die Waage. Als Bedienelemente stehen vier Potis für die Ausgangslautstärke (Volume), das trockene Signal (Dry) und den Anteil der beiden Octaver-Schaltkreise bereit. Während die Octave-Down-Sektion (Oct-) mit Inbetriebnahme des Pedals aktiviert wird, kann der Octave-Fuzz-Schaltkreis (Oct+) ausschließlich hinzugeschaltet werden. Alle Anschlüsse sind beim Double Dragon an der Stirnseite zu finden und ein Batteriebetrieb ist nicht vorgesehen. Das in den USA hergestellte Pedal hat eine Stromaufnahme von 75 mA und operiert im Buffered-Bypass.

Fotostrecke: 4 Bilder Der JHS Double Dragon ist das erste reine Octaver-Pedal des Herstellers aus Kansas City.

So wird der Lo-Fi-Octaver getestet

Für den Test sitzt das JHS Double Dragon vor einem Budda Superdrive 45 in Kombination mit einem Two Notes Torpedo Captor X. Alle Reverb-Sounds generiert ein Neunaber Wet Reverb. Als Gitarren kommen unter anderem eine Maybach Texonian T54 und eine Maybach Lester zum Einsatz.

Affiliate Links
Maybach Texonian T54 Vintage Cream
Maybach Texonian T54 Vintage Cream
Kundenbewertung:
(3)
Maybach Lester Bullion Gold 60s aged
Maybach Lester Bullion Gold 60s aged Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

Versprüht das Double Dragon den versprochenen Vintage-Charme?

Das Double Dragon überzeugt beim ersten Antesten mit allen Potis in der 12-Uhr-Stellung auf Anhieb mit warmen, vintage-orientierten Octave-Down-Sounds und führt mir unmissverständlich vor Augen, warum analoge Octaver wie der Boss OC-2 bis heute hoch gehandelt werden. Während die Hersteller digitaler Pitch-Shifter wie Boss oder Digitech unaufhörlich daran arbeiten, möglichst präzise und authentische Oktaven zu generieren, hat man hier eher das Gefühl, von einem Bass-Synthesizer begleitet zu werden.

Hinzu kommt ein in meinen Augen viel direkteres Spielgefühl, das sich vermutlich durch die geringere Latenz in der analogen Oktavenerzeugung erklärt. So wirkt das Pedal auf mich sehr inspirierend und ich ertappe mich dabei, mit großer Freude Pentatonik-Riffs am Fließband zu produzieren. Verabschieden muss man sich dafür vom Akkordspiel, da schon zwei gleichzeitig gespielte Noten vom Schaltkreis mit einer chaotischen Notensuche („Stutter“) quittiert werden. In dieser Hinsicht haben digitale Octaver selbstverständlich die Nase vorn. 

Was macht der Octave-Up-Schaltkreis?

Die schaltbare hohe Oktave verhält sich grundsätzlich anders als die Octave-Down-Sektion und lässt sich eher mit dem Begriff „Octave-Fuzz“ umschreiben. Die Oktave ist hier weniger präsent und zeigt sich am markantesten beim Solospiel um den 12. Bund. Hier gibt es auch keine „Fehler“ beim Akkordspiel, womit sich der zuschaltbare und nur in der Lautstärke regelbare Schaltkreis hervorragend für kratzige Rock- und Stoner-Riffs eignet. Zusammen mit der tiefen Oktave und den beachtlichen Boost-Reserven des Volume-Potis (ab etwa 12 Uhr) lassen sich einem leicht angezerrten Amp herrlich „schmutzige“ Fuzz-Sounds mit einem ausgeprägten Bassbereich entlocken.

So klingt das JHS Double Dragon vor dem Amp

Wir starten den Test mit zwei Soundchecks vor dem clean eingestellten Amp. Wir hören zunächst die tiefe Oktave und danach den zugeschalteten Octave-Fuzz-Schaltkreis mit allen Potis in der 12-Uhr-Stellung.

Audio Samples
0:00
Soundcheck Octave-Down, off/on (Tele) Soundcheck Octave-Down + Octave-Up, off/on (Strat)

Weiter geht es mit beiden Schaltkreisen vor einem leicht angezerrten Amp. Das Volume-Poti steht nun in der 14-Uhr-Position.

Audio Samples
0:00
Octave-Down + Octave-Up mit Boost-Reserven, off/on (Les Paul)

Als Nächstes hören wir den Regelweg des Octave-Down-Potis vom Minimum zum Maximum und am Ende ohne trockenes Signal.

Audio Samples
0:00
Octave-Down, min -> max -> kill-dry (Les Paul)

Auch wenn der Octave-Up-Schaltkreis nicht separat aktiviert werden kann, lässt er sich mit zurückgedrehtem Octave-Down-Poti auch alleine nutzen.

Audio Samples
0:00
Octave-Up only, off/on (Les Paul)

Legt man es drauf an, so lassen sich mit Akkorden im Octave-Down-Modus die charakteristischen Stutter-Sounds analoger Octaver erzeugen.

Audio Samples
0:00
Chord-Stutter, off/on (Tele)

Wie schlägt sich das Double Dragon im Vergleich zu anderen Octavern?

Zum Abschluss hören wir das Double Dragon noch im Vergleich zum Boss OC-2 und zum Boss XS-1. Während die Sounds der beiden analogen Octaver vergleichbar sind, erzeugt der digitale Pitch Shifter (XS-1) mit seiner möglichst exakten Replikation des Eingangssignals eine völlig andere Sound-Ästhetik.

Audio Samples
0:00
Double Dragon -> Boss OC-2 -> Boss XS-1 (PRS) Double Dragon -> Boss OC-2 -> Boss XS-1 (E-Bass)

Fazit

Der JHS Double Dragon dürfte allen Liebhabern analoger Octaver ein dauerhaftes Lächeln ins Gesicht zaubern. Mit seinen warmen und Synth-ähnlichen Octave-Down-Sounds versprüht das Pedal eine Menge Vintage-Vibe und erinnert daran, warum analoge Octaver nach wie vor ihre Daseinsberechtigung haben. Auch der zuschaltbare Octave-Up-Schaltkreis wirkt enorm inspirierend und eignet sich hervorragend für „schmutzige“ Solo-Sounds oder wuchtige Single-Note-Riffs mit tiefer Oktave. Wer auf charakterstarke Vintage-Sounds steht und vielleicht in einem Duo im Stile der White Stripes oder Royal Blood aktiv ist, sollte das Double Dragon auf jeden Fall antesten.

Artikelbild
Double Dragon Lo-Fi Octave
Für 186,00€ bei
  • Hersteller: JHS Pedals
  • Modell: Double Dragon
  • Typ: Lo-Fi Octave
  • Herstellungsland: USA
  • Anschlüsse: Input, Output, Netzteil
  • Regler/Schalter: Volume, Dry, Oct-, Oct+
  • Stromversorgung: 9V-Netzteil (nicht im Lieferumfang)
  • Stromaufnahme: 75 mA
  • Abmessungen: (BxHxT) 65 x 60 x 125 mm
  • Gewicht: 308 g
  • Ladenpreis: 186,00 Euro (Juni 2026)

Herstellerseite: https://jhspedals.info/

Hot or Not
?
JHS_Pedals_Double_Dragon_Lo_Fi_Octave_Device_002_FIN Bild

Wie heiß findest Du dieses Produkt?

Kommentieren
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bonedo YouTube
  • The Ultimate Studio Tool for Reamping and more? | Warm Audio Reamper | Sound Demo
  • Can You Really Hear the Differences Between Transistors in a Fuzz Pedal? | Audio Comparison
  • Can You Hear the Differnece Between Transistors in a Fuzz Pedal?