Solid State Logic SSL 4K Bundle: Channel Strip Plugins der SL 4000 Console

Duende sowie das spätere SSL Native Bundle waren übersichtlich und in ihrer signalflusstechnischen Eigenschaft klar strukturiert. Seitdem ist viel passiert: Fusions, Zuwachs, Zukauf – und jede Menge SSL Channel Strip Plugins. Aber braucht man das alles ?!

Das SSL 4K Bundle umfasst 4K B, 4K G & 4K E und repräsentiert die Jahrzehnte Reife der Solid State Logic SL 4000 Console, die ca. von 1976 bis 2002 gebaut wurden.

Da wäre das 4K Bundle mit drei saftigen SSL 4000er Inkarnationen namens 4K B, 4K E und 4K G. Alle drei sind einzeln erhältlich, genau wie der cleane SSL Native Channel Strip 2 auf Basis der 9000K.

Zusammen mit dem Harrison Audio 32Classic Channel Strip steckt dieser auch im SSL The Channel Strips Bundle. Und war da nicht noch auch was mit UC1 und SSL-360°-Integration?

Unser Fazit:
4 / 5
Pro
  • klassischer SSL Channel Strip als Plugins
  • authentisches Modelling verschiedener SSL 4000 Generation
  • übersichtlich und gut bedienbar, elegant steuerbar mit UC1
Contra
  • keine Umschaltung der Ästhetik innerhalb der Plugins möglich

Highlights 4K Bundle

  • drei Channel Strips der SSL SL 4000 Console in den Modellen B, E und G berücksichtigen wichtige Design und Klangänderungen über die Jahrzehnte
  • Channel Strip 2 orientiert sich am cleanen Nachfolger SL 9000K – ist aber nicht Bestandteil des Bundles
  • UC1 Controller unterstützend diese vier Plugins direkt!

DETAILS

Macht das 4K Bundle für UC-1 User Sinn?

Nein, ohne Sonderangebote macht es preislich keinen Sinn. Es gibt aber regelmäßig Deals für rund die Hälfte. Für Nutzer von SSL 360° und Käufer des UC1 Hardware-Controllers stellt sich eher die Frage: Ist der UC1 mit den mitgelieferten Plugins SSL 4K B, Channel Strip 2 und Bus Compressor 2 nicht bereits bestens ausgestattet? Welchen Vorteil sollen weitere, nahezu identische SSL-Werkzeuge bringen?

Affiliate Links
SSL UC1
SSL UC1
Kundenbewertung:
(79)

Anders gefragt: sind die Zwischentöne der beiden Plugins 4K E und 4K G laut genug, um als solche die Diversifikation zu rechtfertigen? Eingeschlossen zwischen den “Außengrenzen” in Form früher 4k B und erster SuperAnalogue? Sollten die Unterschiede geringer oder größer sein? Aber der Reihe nach.

SL 4K Bundle: Drei Channelstrips zum Paketpreis

Das SSL 4K Bundle versammelt drei Kanalzug-Emulationen der legendären 4000er-Konsolenfamilie und bündelt mehrere SSL-Farben in einer gemeinsamen Bedien- und Klangwelt. Quasi wie bei Boots: 3 for 2. Statt regulär dreimal 149 Euro werden einmalig 299 Euro fällig.

Affiliate Links
SSL 4K B Download
SSL 4K B Download
Kundenbewertung:
(1)
SSL 4K E Download
SSL 4K E Download
Kundenbewertung:
(1)
SSL 4K G Download
SSL 4K G Download Bisher keine Kundenbewertung verfügbar
SSL 4K Bundle Download
SSL 4K Bundle Download Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

Alle drei Plug-ins modellieren unterschiedliche Schaltungsvarianten und gehen entsprechend verschieden mit Bauteilen wie Jensen-Eingangsübertrager, dbx-VCAs, Gain-Staging, EQ-Kurven sowie Input- und Output-Sättigung um.

Dazu kommen übergreifend moderne Funktionen wie Parallelkompression, Gain-Compensation beim Drive, flexible Signalfluss-Optionen, skalierbare GUIs, HQ-Oversampling und eine solide Preset-Verwaltung. Über das kostenlose SSL 360° lassen sich die Plug-ins zudem in den Übersichts-Mixer einbinden und mit SSL-Hardware wie UC1, UF8 und UF1 fernsteuern.

SSL 4K B: Früher, roher, körniger

Der 4K B orientiert sich am frühen und raren SL 4000 B-Pult und liefert knusprigen SSL-Sound mit viel nichtlinearem Charakter und feiner Preamp-Sättigung. Dazu gibt es das pragmatische Dual-Filter, den SSL-typischen 4-Band-EQ mit bis zu 15 dB Gain sowie gerasterte Kompressor- und Gate-Zeiten inklusive De-Esser. Fertig ist die Laube. Checkt dazu auch den Test des 500er-Comps!

SSL 4K E: Der klassische SSL-Biss

Der aufbauende 4K E markiert in der SSL-Geschichte die wesentliche Weiterentwicklung – und für viele die klassische 4000er-Konsole. Berühmt ist vor allem für den bissigen SSL-Mitten-Sound, der Gitarrenmusik besonders gut schmeichelt.

Der wählbare EQ-Schnickschnack mit braunen, schwarzen oder gar orangen Kappen sorgt für weitere Esoterik, ist aber technisch nicht ohne Grundlage: Dahinter stecken unterschiedliche EQ-Revisionen mit abweichenden Kurven und anderem Regelverhalten. Die Dynamics-Sektion ist ebenfalls flexibler: mehr Zwischenwerte, mehr Range sowie wichtige Fast-Parameter für Attack und Release kommen hinzu.

SSL 4K G: Glatter und kontrollierter

Der 4K G klingt vergleichsweise glatter, detailreicher und moderner – ideal für aufgeräumte Produktionen, Pop, Hip-Hop und den großen Hollywood-Schimmer.

Hier stehen der Black-242-EQ sowie der umschaltbare Pink-292-EQ zur Wahl. Letzterer bringt mehr Flexibilität in den Mitten und mehr Gain. Straffere Dynamics und eine regelbare Eingangsimpedanz runden das Paket ab.

SSL Channel Strip 2: Der neutrale 9000er-Gegenentwurf

Der SSL Channel Strip 2 gehört nicht mehr zur 4000er-Familie, sondern basiert auf den Kanalzug der SSL XL 9000 K Konsole – also auf den neutralen SSL-Ansatz mit Beginn der SuperAnalogue Technologie.

Die digitale Variante liefert sehr sauberen und breitbandigen Sound, auf dem auch spätere Duality-Generationen aufbauen.

Affiliate Links
SSL Native Channel Strip 2 Download
SSL Native Channel Strip 2 Download
Kundenbewertung:
(3)

Die berühmte VHD-Vorstufe ist im Native Channel Strip 2 allerdings nicht enthalten. Wer gezielt Sättigung sucht, ist hier eher falsch. Ganz ehrlich: Viele dieser Aufgaben erledigt ein guter grafischer DAW-EQ schneller und präziser.

4000er-Charakter vs. 9000er-Sauberkeit

Diese Grundunterscheidung wurde in den bonedo-Tests zum SSL Revival 4000 und zum SSL Super 9000 ebenfalls bereits deutlich:

Die 4000er-Welt steht für crunchy Mitten, Charakter und den erkennbaren „Record-Sound“, während die 9000er-Generation einfach mehr Bandbreite, Druck und Sauberkeit liefert – beim Hardware-Vorbild sogar mit köstlichem VHD-Feature.

Auf Plug-in-Ebene relativieren sich diese Unterschiede: deshalb haben die älteren, charakterstärkeren 4000er-Modelle als Plugin druchaus die Nase vorn.


PRAXIS

Da fängt´s doch schon an …

Nachdem man sich mit den Plugins grundsätzlich vertraut gemacht hat, merkt man schnell: Diese EQs arbeiten nicht nur „anders beschriftet“, sondern tatsächlich unterschiedlich. Einsatzfrequenzen, Kurvenformen, Regelbereiche und musikalische Reaktionen variieren. Sie auf Gleichstand zu bringen, nützt wenig. Man muss kurbeln – und selbst dann wird es nicht wirklich identisch.

Das zeigt bereits der Default-Zustand: obwohl alle drei 4000er-Varianten zusätzlich einen variablen beziehungsweise aktivierbaren Low-Cut mitbringen, haben sie per Default bereits unterschiedliche Low-Cut-Einstellungen. Vollständig linear kann nur der Channel Strip 2. Und ja: auch die Low-Cuts unterscheiden sich im Detail.

Alle meine Farben: Brown, Black, Orange, & Pink

Zusätzlich machen die Poti-Kappen der SSL Plugins einen Unterschied: Brown, Black, Orange sowie Pink stehen aktuell zur Auswahl. Allerdings nicht in jeden Plugin sondern nur in einigen Varianten. Warum man nicht in einem Plugin alle Farben und Revisionen durchklicken sowie Settings besser vergleichen kann, erschließt sich mir nicht.

Audio Samples
0:00
E-Drums- 4k B E-Drums- 4k E E-Drums- 4k G E-Drums- Native Channel Strip 2

Wichtig auch: selbst wenn die Farben weniger Kappen sich ändern, betreffen die Auswirkungen meist alle Bänder. Black beispielsweise ist chirurgischer und hat mehr Low-End, Brown wiederum ist bei extremen Einstellungen sanfter. Der 4K B hat in dem Sinne gar keine Kappen-Farbe, identifiziert sich also mehr als Pre-Brown. Kurz:

  • 4K B: früher originaler 4000er-EQ aus der SL 4000 B, noch vor der bekannten E-Series
  • 4K E Brown / 02: spätere E-Series-EQ-Revision, die auf Frühphase folgt
  • 4K E Black / 242: spätere, präzisere E-Series-Variante
  • 4K E Orange / 132: sehr seltene passive E-Series-Variante
  • 4K G Pink / 292: G-Series-EQ, nicht E-Series

Machen wir den Vergleich aufs Example und checken mal, ob wir den 4k B nicht auch wie den 4K E orange klingen lassen können. Dazu aktivieren wir auch gleich etwas Preamp-Drive und leichte Kompression.

Audio Samples
0:00
GITS – EQ+Drive+Comp – NCS2 GITS – EQ+Drive+Comp – 4K B GITS – EQ+Drive+Comp – 4K E GITS – EQ+Drive+Comp – 4K G GITS – EQ only – 4K B GITS – EQ only – 4K E GITS – EQ only – 4K G GITS – EQ & Drive – 4K B GITS – EQ & Drive – 4K E GITS – EQ & Drive – 4K G

Relevante Unterschiede ?

Feine Unterschiede zwischen den SSL-Channelstrips gibt es – ob sie im Mix am Ende entscheidend sind, steht auf einem anderen Blatt. Im Vergleich fällt mir auf, wie schwer sich die Plug-ins direkt gegeneinander stellen lassen: Presets sind nicht austauschbar. Man muss sich also früh entscheiden, welche SSL-Farbe man nutzen möchte – selbst wenn der finale Unterschied im Gesamtkontext weniger dramatisch ausfällt, als es die Modellnamen vermuten lassen.

Ähnlich war es bei den echten Konsolen: Ob im Studio eine 4000 E oder 4000 G stand, wurde selten philosophisch diskutiert – man nahm, was da war, und passte sich an.

Wichtig auch: VHD gibt es in keinem dieser Channelstrip-Plugins. Wer diese Art von harmonischer Sättigung sucht, ist bei SSL Fusion Plugins besser aufgehoben. Die 4000er-Modelle hingegen mehr VCA-Charakter und Farbe, der Channel Strip 2 ist tatsächlich fast zu sauber bzw. “digital”.

Ein echtes „Solo follows Track Selection“ gibt es in Ableton/SSL 360° leider auch nicht. Wer den ausgewählten Kanal schnell solo hören möchte, muss über Cursor und Solo-Befehl arbeiten, Tasten belegen oder den Kanal am Controller anwählen und anschließend solo schalten. Das funktioniert, fühlt sich beim schnellen Vergleich allerdings umständlich an.

how much?

Für UC1-Nutzer ist die Ausgangslage speziell. Der SSL Channel Strip 2 gehört bereits zum Lieferumfang des Controllers, ebenso ist der 4K B für UC1-Besitzer kostenlos. Alle können separat gekauft werden, das 4k Bundle nützt preislich wenig. Wer eine UC1 besitzt und unbedingt Bedarf nach Zwischentönen hat, ergänzt die fehlenden Channelstrips also besser einzeln – zumal SSL regelmäßig kräftige Rabatte auf einzelne Plug-ins anbietet.

UC1 dank Wrapper flexibel

Die SSL 360° Software dient als Schaltzentrale zwischen DAW, SSL-Hardware und Plug-ins. Sie verbindet Controller wie UC1, UF1 und UF8 mit kompatiblen SSL-Plug-ins und bündelt diese in einer gemeinsamen Mixer-Ansicht. Dort lassen sich sämtliche Channelstrips, Bus-Kompressoren und Co. verwalten. SSL 360° ist also kein eigenständiges Mischprogramm, sondern die zentrale Bedien- und Verwaltungsoberfläche.

Ein Extra-Bildschirm für die UC1 Plugins und SSL 360° kommt ganz gut. Die DAW bleibt soweit clean.

Mit SSL 360° Link erweitert SSL dieses Konzept zusätzlich auf Drittanbieter-Plug-ins. Der Wrapper lädt ein fremdes VST3-Effekt-Plug-in in einer zusätzlichen Hülle, macht dessen Parameter im SSL-360-System sichtbar und erlaubt so die Steuerung über UC1.

Gemappte Plug-ins erscheinen im SSL Plugin Mixer und lassen sich gemeinsam mit den nativen SSL-Plug-ins bedienen. SSL liefert einige Factory Maps für ausgewählte Channelstrips und Effekte, eigene Mappings sind ebenfalls möglich.

In der Praxis macht 360 Link den UC1 flexibler, aber nicht grenzenlos. Am besten funktioniert das Prinzip mit klassischen EQs, Kompressoren, Channelstrips und Bus-Comp-ähnlichen Plug-ins, weil deren Struktur gut zum festen Bedienraster des UC1 passt: Frequenz bleibt Frequenz, Q bleibt Q, Attack bleibt Attack. Dadurch entsteht Muskelgedächtnis.

Fazit: SSL 4k Bundle

Das 4K Bundle ist weniger als Sammlung radikal unterschiedlicher Channelstrips zu verstehen, sondern mehr als SSL-Werkzeugkasten mit verschiedenen Mischpult-Generationen für bestimmte Klangfarben und Genre-Vibes. Vom körnigen Schmatz der frühen 4K B über den ikonischen 4000E-Gitarren-Glam bis zum polierteren G-Sound geht es hier mehr um feine Abstufungen als um völlig unterschiedliche Konzepte. Oder, wie man so schön sagt: Diese Konsole verbraucht mehr Strom, als du im Monat Rente bekommst. Nutzer des SSL Abos freuen sich sicherlich über die feinen Details!

Für UC1-Nutzer ist wichtig: 4K E und 4K G liegen geschmacklich zwischen dem sehr frühen, raueren 4K B und dem späteren SSL Channel Strip 2. Sie erweitern den vorhandenen SSL-Kosmos nicht um neue Arbeitsweisen, sondern liefern konsequent weitere Zwischentöne innerhalb der SSL-Ästhetik.

Der nicht enthaltene SSL Channel Strip 2 stellt im Kern den Kanalzug der SSL XL 9000 K SuperAnalogue-Konsole dar – und ergänzt die UC1 um eine “cleane Allgemein-Variante”. Allerdings ohne VHD, der echt praktischen Variablen Harmonic Distortion, die in späteren Konsolen Einzug erhielt.

Im Juni bietet SSL wöchentlich Deals und Angebote für die Channel Strips. So kosten die Plugins rund die Hälfte oder weniger. Die größte Funktionalität bietet klar der 4k E, mit persönlich gefällt der 4kB klanglich am besten, zumal er weniger zu fummeln bietet und so schneller zum Ergebnis führt – und er kostet gerade nur 49 €!

Affiliate Links
SSL 4K B Download
SSL 4K B Download
Kundenbewertung:
(1)
SSL 4K E Download
SSL 4K E Download
Kundenbewertung:
(1)
SSL 4K G Download
SSL 4K G Download Bisher keine Kundenbewertung verfügbar
SSL 4K Bundle Download
SSL 4K Bundle Download Bisher keine Kundenbewertung verfügbar
SSL UC1
SSL UC1
Kundenbewertung:
(79)
SSL The Channel Strips Bundle Download
SSL The Channel Strips Bundle Download
Kundenbewertung:
(2)
SSL Native Channel Strip 2 Download
SSL Native Channel Strip 2 Download
Kundenbewertung:
(3)
Harrison Audio 32Classic Channel Strip Download
Harrison Audio 32Classic Channel Strip Download
Kundenbewertung:
(3)
Hot or Not
?
SSL 4K Bundle: SSL; SL 4000 Plugins B, E & G

Wie heiß findest Du dieses Produkt?

Kommentieren
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bonedo YouTube
  • MIDI Keyboard with TRACKPAD?! – Nux NTK-61 Review
  • Teenage Engineering KO Sidekick with KO II – EQ & Motion FX Demo (no talking)
  • Zähl - PM12 Perfomance Mixer | SUPERBOOTH 26