Das Arturia AudioFuse Studio bekam ein kleines Hardware-Update und trägt nun den Zusatz Rev2. Äußerlich alles beim Alten, betreffen die Änderungen nur Internes, wobei die Preamps verbessert wurden: Sie bieten mehr Gain und höhere Übersteuerungsfestigkeit. Ein neues Bluetooth-Modul ergänzt die Übertragungsmodi aptX HD und aptX Low Latency.

Eine neue Firmware und das überarbeitete Control Center 2.5 stehen auch Besitzern der „Rev1“ zur Verfügung. Das Update soll mehr Routing-Möglichkeiten schaffen und das Clocking verbessern. Anschlüsse und Grundausstattung bleiben damit gleich.
- Umfangreiche Monitor-Sektion mit zwei Abhörpaaren
- Drei unabhängige Direct-Monitor-Mixe
- Vier Mic-Preamps mit bis zu 78 dB Gain
- Phono, Bluetooth, Reamping und CV-Ausgabe
- kein Stereo-Link für die Preamps
- Keine Monitoring-Effekte
Dickes Desktop-Interface 18 in/20 Out
Das Arturia AudioFuse Studio Rev2 ist ein üppig ausgestattetes USB-2.0-Audiointerface mit acht analogen Ein- und Ausgängen. Dazu kommen jeweils zehn digitale Kanäle über ADAT und S/PDIF. Die beiden optischen ADAT-Ein- und Ausgangspaare ermöglichen S/MUX bei höheren Sampleraten, verdoppeln aber nicht die Kanalzahl. Insgesamt stehen so maximal 18 Eingangs- und 20 Ausgangskanäle inklusive Stereo-Loopback zur Verfügung.
Acht analogen Eingänge und viele Vorschalt-Optionen
Vier Combo-Eingänge an der Stirnseite nehmen Mikrofon-, Line- und Instrumentensignale entgegen. Alle verfügen über einen Preamp und einen unsymmetrischen Insert-Send/Return auf der Rückseite. Neu sind der maximale Gain von 78 dB und der maximale Eingangspegel von +18 dBu. Mikrofone werden per XLR angeschlossen und erhalten bei Bedarf so Phantomspeisung.

Line- und Instrumentensignale kommen ausschließlich über Klinke rein. Für Instrumente lässt sich zudem die Eingangsimpedanz umschalten. Pad, Gain und Phasenumkehr stehen an allen vier Eingängen zur Verfügung. Der Gain wird analog und ausschließlich am Gerät geregelt. Stereo-Link oder Preamp-Bypass gibt es nicht.
Allerdings stehen auf der Rückseite vier weitere Line-Eingänge als symmetrische 6,3-mm-Klinkenbuchsen parat. Input 5/6 lässt sich über die Software auf die alternativen Cinch-Eingänge umschalten – wahlweise für Line- oder Phono-Signale. Für Input 7/8 steht alternativ das Bluetooth-Modul als Quelle bereit.
Französische Eleganz mit Vinyl & Sans fil
Neben den vier Preamps lassen sich also gleichzeitig ein Plattenspieler und ein Bluetooth-Zuspieler in Stereo aufnehmen. Letzterer kommt auch mit neuen Formaten wie aptX HD und LL. Die zugehörigen Klinkeneingänge 5–8 entfallen dann allerdings paarweise. Selbst das interne Talkback-Mikrofon nutzt den Eingangspfad 7/8 und schränkt dessen parallele Nutzung ein. Kommunikation wird ohnehin großgeschrieben: alle Preamps haben einen eigenen Listen-Taster. Talk, Cue, Listen – dazu später mehr.

Trotz der vielen Anschlüsse besitzt das Interface nur acht AD- und acht DA-Wandler. Das hat auch ausgangsseitig Folgen. Ausgang 1/2 versorgt als Speaker A die Hauptmonitore, deren Pegel der große Monitor-Regler steuert. Sein LED-Kranz visualisiert den Pegel. Mono, Mute und Dim Taster sind anbei.
Die Kopfhörerausgänge belegen zunächst die Kanäle 3/4 und 5/6 und lassen sich getrennt ansprechen und im Pegel regeln. Witzigerweise haben beide sowohl 3,5mm als auch 6,35mm Anschlüsse.

Für die Speaker und Kopfhörer können darüberhinaus individuelle Mischungen aus DAW-Signalen und Eingängen erstellt werden. Dafür stehen in der Software drei Low-Latency-Mixer bereit: Main, Cue 1 und Cue 2. Die Zuweisung selbst erfolgt über die Taster am Gerät oder per Dropdown in der Software. So weit, so gut.
Dreimal Direct-Monitoring & ein ominöser 7/8
Bei den übrigen Klinkenausgängen wird es komplizierter. Speaker B dient zunächst zum Anschluss eines zweiten Monitorpaars, zwischen dem und Speaker A umgeschaltet werden kann. Auch ein separater Trim zum Pegelabgleich ist vorhanden. Alternativ lässt sich Speaker B Out mit einem eigenen Mix versorgen, der dann allerdings dem Signal von Kopfhörerausgang 2 entspricht. Praktisch, wenn im Aufnahmeraum ein zusätzlicher Kopfhörerverstärker steht.

Der Aux-Ausgang L/R ist zunächst den USB-Kanälen 7/8 zugeordnet. Wir erinnern uns: Main liegt auf 1/2, die beiden Kopfhörerausgänge auf 3/4 und 5/6. Dieser Aux Out (Reamp) lässt sich außerdem mit einem der drei Mixe – Main, Cue 1 oder Cue 2 – versorgen, sowie direkt mit einem Eingangssignal beschicken. Zusätzlich lässt sich der Pegel von −90 bis +12 dB regeln, auf Instrument-Level umschalten sowie der Ausgang für CV-Signale nutzen.
So lassen sich modulare Synthesizer steuern oder Gitarrenverstärker fürs Reamping anspielen. Vereinfacht gesagt nimmt man dafür das trockene Gitarrensignal („DI“) separat vom verzerrten Amp-Signal auf und schickt es später noch einmal durch einen anderen Verstärker. Das ist grundsätzlich so schon ziemlich geil.
Ob man dafür so viele Umschaltmöglichkeiten braucht oder gleich besser mehr Wandler nutzt, muss jeder selbst entscheiden. Weiterhin dazu kommen die beiden ADAT-Ein- und Ausgangspaare, koaxiales S/PDIF, ein USB-Hub und MIDI auf Miniklinke. Die Inserts für die Preamps lassen sich nicht gesondert schalten sondern werden aktiv sobald das Kabel eingesteckt wird. Hier nutzt man ein klassisches Y-Kabel, unsymmetrisch.

Im Betrieb wurde das Gerät übrigens nur leicht warm. Die für ältere Modelle beschriebene starke Hitze konnte ich beim Testgerät nicht feststellen. Einen direkten Vergleich habe ich aber auch nicht.






























