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Warum Bands jetzt gegen überteuerte Konzerttickets kämpfen

Die Musikbranche wehrt sich gegen Wucher und Betrug bei Ticketpreisen. Verschiedene Acts und Verbände fordern nun in einem offenen Brief bessere Regeln für den Weiterverkauf von Tickets.

Moiyeah, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

OFFENER BRIEF: Tickets dürfen keine Spekulationsobjekte sein

Christopher Annen, Mitglied der Band AnnenMayKantereit fehlten die Worte, als er sah, zu welchen Preisen die Tickets seiner Band weiterverkauft werden. Angebote von knapp 2.000 € konnte er finden, erzählte er gegenüber dem WDR. Auf inoffiziellen Seiten seien solche Preise leider keine Seltenheit.

„Was die gesamte Branche braucht, ist ein gesetzlicher Rahmen.“ – Forderung aus dem offenen Brief

Als Co-Vorsitzender des Verbandes Pro-Musik kämpft der Musiker nun für mehr Gerechtigkeit: In einem offenen Brief fordert er die Regierung auf, klare, gesetzliche Regelungen zu finden, die verhindern, dass Konzerttickets mit einem Aufschlag von teils 250 % und mehr weiterverkauft werden.
Auch der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) sowie zahlreiche Acts wie Die Ärzte, Nina Chuba, Deichkind und die Toten Hosen unterzeichnen den Brief.

Gefälschte Konzerttickets und Leerverkäufe

Dabei passiert es auch, dass Tickets doppelt verkauft oder gefälscht werden. Dann zahlen die Konzertgäste nicht nur zu viel, sondern stehen am Ende auch noch vor verschlossenen Türen. Eine weitere Methode sind die sogenannten Leerverkäufe, also Tickets, die noch gar nicht auf dem Markt sind und sich somit noch gar nicht im Besitz der Drittanbieter befinden können. „Natürlich haben wir auch ein Interesse daran, dass Fans sich darauf verlassen können, dass ein Ticket, das sie kaufen, gültig ist“, betont Christopher Annen gegenüber dem WDR. „Dass die Fans eine gute Erfahrung haben und mit einem Lächeln da rausgehen und nicht denken: ‘Boah, war das jetzt 300 Euro wert?’“

Auch wenn CDU/CSU und SPD im Koalitionsvertrag festgelegt haben, dass eine stärkere Regulierung des Ticketweiterverkaufs vorgesehen ist, ist bislang noch nichts davon passiert.
Die Initiator:innen fordern unter anderem eine Preisobergrenze von 25 Prozent beim gewerblichen Weiterverkauf, ein Verbot sogenannter Leerverkäufe, strengere Regeln gegen Bots sowie ein verpflichtendes Melde- und Abhilfesystem für Plattformen.

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