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Wacken räumt Fehler ein: Politische Aufnäher hätten nicht entfernt werden dürfen

Beim Wacken Open Air 2026 wurden einige Festivalbesucherinnen und -besucher vom Sicherheitspersonal aufgefordert, politische Aufnäher von ihrer Kleidung zu entfernen. Die Festivalleitung hat inzwischen Fehler bei der Unterweisung der zuständigen Ordnungsdienste eingeräumt und nachgebessert.

Sonja Pieper, CC BY-SA 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0, via Wikimedia Commons

In den sozialen Netzwerken hatten sich mehrere Gäste darüber beschwert, dass sie mit antifaschistischen oder anderen politisch links einzuordnenden Botschaften nicht auf das Infield gelassen worden seien. Teilweise sollen Aufnäher sogar von Kutten entfernt oder einbehalten worden sein. Auch über Probleme mit queeren Fahnen wurde berichtet.

Veranstaltungsleiter Daniel Schlatter erklärte auf der Abschluss-Pressekonferenz, man sei den Vorwürfen umgehend nachgegangen. Dabei seien „Unregelmäßigkeiten“ bei der Unterweisung der Ordnungsdienste festgestellt worden. „Dass da Patches weggenommen worden sind, war nicht richtig, ist aber passiert“, räumte Schlatter ein. Anschließend habe man im Bereich der Sicherheitsdienste nachgesteuert, damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen.

Festivalgründer Thomas Jensen stellte außerdem klar, dass das Wacken Open Air für Völkerverständigung stehe. Die Anweisungen einzelner Security-Kräfte entsprachen demnach nicht der Haltung der Festivalleitung. Deutschlandfunk und Hamburger Morgenpost berichteten über das Eingeständnis der Veranstalter.

Unterschiedliche Ansagen sorgten für Verwirrung

Auch wir haben vor Ort erlebt, dass sich Ordnerinnen und Ordner bei einzelnen Vorgaben nicht immer ganz einig waren. Je nach Eingang oder zuständiger Person fielen manche Auskünfte unterschiedlich aus. Bei einem Festival dieser Größenordnung können unklare Briefings schnell dazu führen, dass Regeln uneinheitlich ausgelegt werden.

Das soll die Erfahrungen der Betroffenen nicht kleinreden: Wer wegen einer antifaschistischen oder queeren Botschaft abgewiesen wird, obwohl dies gar nicht den Vorgaben der Festivalleitung entspricht, darf zu Recht eine klare Aufarbeitung erwarten. Positiv ist allerdings, dass die Verantwortlichen den Fehler öffentlich eingeräumt und noch während des Festivals reagiert haben.

Unser persönlicher Gesamteindruck vom Wacken Open Air war dennoch ausgesprochen positiv. Wir wurden von den Mitarbeitenden und Sicherheitskräften überwiegend sehr freundlich behandelt. Angesichts von 85.000 Gästen lief das Festival erstaunlich entspannt und gut organisiert ab. Auch Polizei, Rettungsdienste und Veranstalter zogen insgesamt eine positive Bilanz. Der Vorfall zeigt vor allem, wie wichtig eine eindeutige Kommunikation zwischen Festivalleitung und externen Sicherheitsdiensten ist. Wacken pauschal eine politische Haltung zu unterstellen, die den Aussagen der Veranstalter widerspricht, wäre jedoch zu kurz gegriffen. Entscheidend ist nun, dass die angekündigten Konsequenzen auch bei zukünftigen Ausgaben greifen, damit auf dem „Holy Ground“ tatsächlich alle friedlich miteinander feiern können.

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