Anzeige

Test: Dixon Little Roomer Select – Lohnt sich der Aufpreis?

Das Dixon Little Roomer hat sich in unserem 2024er Test als eigenständiges Immer-Dabei-Schlagzeug entpuppt. Heute checken wir das Roomer Select, die etwas gediegener ausschauende Variante. Ob sich der Aufpreis lohnt, erfahrt ihr hier.

Dixon Little Roomer Select Test
Unser Fazit:
4 / 5
Pro
  • runde und fette Sounds
  • guter Stimmumfang
  • sehr gut zum Aufnehmen geeignet
  • gediegene Optik
  • sehr gute Schlagfelle
Contra
  • eher einfache Anbauteile
  • rudimentäre Tomhalterung
  • den schwergängigen Stimmschrauben fehlen Nylon-Unterlegscheiben

Dixon Little Roomer Select – das Wichtigste in Kürze

  • Ist das Little Roomer Select ein reines Shellset? Ja, es besteht nur aus der 20“ x 12“ Bassdrum und zwei Toms in 12“ x 7“ und 14“ x 14“.
  • Welche Kessel sind verbaut? Das Little Roomer hat 7,2 mm starke Mahagonikessel mit verrundet gestalteten Gratungen.
  • Was ist anders, was ist besonders? Im Gegensatz zum normalen Little Roomer sticht vor allem das aufwendige Finish, die Holzspannreifen auf allen Trommeln und die etwas größeren und tieferen Kessel hervor.
  • Was sagt der Test? Das Set begeistert mit fetten und runden Sounds, die Spannschrauben liefen zum Teil etwas schwergängig, ebenso ist der Tomhalter etwas kompromissbehaftet.

Aufwendiges Finish, Holzspannreifen und ein bewährter Kessel

Das Little Roomer Select ist kein komplett neues Produkt, allerdings ist die „Heirloom Grey“-Optik unseres Testsets ein Neuzugang im Dixon-Sortiment. Dabei handelt es sich um ein zweigeteiltes Finish, bestehend aus Furnier und matter Lackierung, das sich jeweils auch über die Spannreifen hinaus erstreckt. So etwas sieht man sicher nicht alle Tage, und schon gar nicht in der Preisklasse deutlich unter 1000 Euro. 

Drei Bassdrums? Nein, auch die Toms haben Holzreifen.
Drei Bassdrums? Nein, auch die Toms haben Holzreifen.

Eine weitere Besonderheit sind die Holzspannreifen: alle Trommeln sind mit Klauen im „Bassdrum-Style“ versehen. Bei den Toms gibt es jeweils sechs Einzel-Spannböckchen pro Seite, die Bassdrum ist mit acht sogenannten Center-Lugs versehen und hat extra lange Stimmschrauben. 

Nichts verändert hat sich unter der Haube, die Kessel bestehen weiterhin aus 7.2 Millimeter starken Mahagonikesseln, die mit vollständig verrundeter Gratung für eine satte Fellauflage sorgen. Apropos Felle, hier gibt es beim Little Roomer Select ein Upgrade: zumindest die Schlagfelle sind Markenware aus dem Hause Evans. Klare G2s finden sich auf den Toms, für die Bassdrum gibt es ein Emad Clear im Lieferumfang. Die Reso-Felle sind einlagige Modelle mit Dixon-Logo, die aber absolut ihren Job machen.

Sieht man nicht alle Tage: ein zweigeteiltes Finish.
Sieht man nicht alle Tage: ein zweigeteiltes Finish.

Die Hardware und Beschlagteile fallen eher einfach aus

Schon aus dem ersten Test kenne ich das Rohr für die Bassdrum-Halterung, an diesem wird der ebenfalls im Lieferumfang enthaltene Halter im Multiklammer-Stil befestigt. Diesen muss man allerdings recht kräftig anziehen, damit im Eifer des Gefechts nichts verrutscht. Hier wäre ein amtlicher Tomhalter mit Kugelgelenk deutlich praxisnaher. Laut dem deutschen Dixon-Vertrieb gibt es hier aber bald ein Update / eine alternative Befestigungsmöglichkeit. Auch etwas Stirnrunzeln verursachen die nicht besonders geschmeidig laufenden Stimmschrauben. Besonders das 12“ Tom brauchte dazu deutlich mehr Zuwendung beim Feinstimmen, hier wären Unterlegscheiben aus Kunststoff dringend angeraten. Mehr zum Stimmumfang gibt es später im Praxisteil. 

Fotostrecke: 6 Bilder Die Klauen am Standtom-Reifen im Detail.

Die Bassdrum kommt mit den beiden, ebenfalls vom Basismodell bekannten Bassdrum-Füßen in Haus. Die Höhe der Trommel wird hier ganz einfach über den Neigungswinkel der Beine angepasst, zur Absicherung der Trommel auf dem Teppich lassen sich Dornen aus den Enden herausdrehen. 

Was gibt es an Zubehör zum Little Roomer Select?

Um es kurz zu machen, recht wenig. Außer den Beinen für das Standtom und Bassdrum, sowie die eben erwähnte Halterung, gehört zum Lieferumfang noch der Dixon Drummer Pouch mit einem Stimmschlüssel. Ich hätte mir noch einen Kratzschutz für den so schick furnierten Bassdrum-Spannreifen gewünscht.

Gut festziehen: der Neigungswinkel des Tomhalters wird im Percussion-Stil befestigt.
Gut festziehen: der Neigungswinkel des Tomhalters wird im Percussion-Stil befestigt.
Anzeige

Wie schlägt sich das Dixon Little Roomer Select in der Praxis?

Da bis auf die Bassdrum schon alle Trommeln fertig befellt sind, geht der erste Aufbau recht zügig. Auch wenn das Feinstimmen mit den Holzreifen etwas mehr Aufmerksamkeit erfordert, geht der Klangcharakter in die bereits vom normalen Little Roomer bekannte Richtung. 

Das heißt, die Toms klingen in tiefer Stimmung eher rund und fett und nicht zu attackreich, aber trotzdem präsent, was sich unter dem Mikrofon sehr gut macht. Dank der runden Gratungen brauche ich auch keine zusätzliche Dämpfung. 

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Die Bassdrum hat mit dem geschlossenen, einlagigen Reso einen schönen vollen Ton im Raum. Ich habe für die ersten Soundfiles lediglich das nicht vorgedämpfte Resonanzfell etwas von außen bedämpft. Das Emad sorgt aus der Fahrerperspektive für genug Attack und Kontrolle. Mir hat der dünnere Dämpfungsring des Emad ausgereicht, wer es noch gedämpfter will, kann auf den zweiten, breiteren Ring zurückgreifen.

Besonders positiv ist mir auch das 14“ x 14“ Standtom aufgefallen. In meinem Raum habe ich oft das Problem, dass Trommeln dieser Größe zu einem relativ langen, stehenden Ton neigen, besonders in einer mittleren Stimmung. Das war bei dieser Trommel überhaupt nicht der Fall. 

Im Gegensatz zum normalen „Little Roomer“ kommt das Select mit fast normalen Kesselgrößen.
Im Gegensatz zum normalen „Little Roomer“ kommt das Select mit fast normalen Kesselgrößen.

Für den zweiten Take habe ich die Bassdrum mit einem gelochten, ebenfalls nicht vorgedämpften Reso versehen und eine Remo Dämpfrolle (aka „Weckl-Wurst“) in die Trommel gelegt. Jetzt konnte ich das Bassdrum-Mikro etwas in die Trommel schieben, und naturgemäß klingt sie so etwas bassärmer, man könnte auch sagen trockener und etwas kicklastiger. Mit einem beherzten EQ-Einsatz ginge hier natürlich noch viel mehr, darauf habe ich aber verzichtet. 

Wie klingt das Kit in höherer Stimmung?

Ein klassisches Jazz-Set ist das Dixon Little Roomer Select für mein Empfinden nicht, trotzdem klingt es aber auch in offener und höherer Stimmung gut. Für Funk, Blues oder alle anderen Arten akustischer Musik macht das Set wirklich Spaß.

Beim 12“ Tom ist nach oben hin klar eine Grenze im Stimmumfang, was zum Teil an der runden Gratung, aber auch an der direkten Montage des Toms liegt, welche das Sustain dann irgendwann stark verkürzt. Ich habe für diesen dritten Take einlagige ST-188 Coated Felle von Asapura aufgezogen und den Dämpfungsring aus dem Emad komplett entfernt. 

Audio Samples
0:00
Tiefe Stimmung – Check Tiefe Stimmung – Groove Tiefe Stimmung – Mallets Tiefe Stimmung – Bassdrum mit gelochtem Reso Höhere Stimmung – Check & Groove Besen – höhere Stimmung
Anzeige

FAZIT

Das Dixon Little Roomer Select sieht mit seinem zweigeteilten Finish nicht nur besonders aus, es klingt auch voll und rund – mit einem leichten Retro-Einschlag. Das Set macht sowohl tief gestimmt mit den Werksfellen, als auch mit einlagigen Fellen und in einem etwas höheren Tuning viel Spaß.

Die Holzspannreifen auf den Toms sollte man besser nicht mit Rimshots bearbeiten, und auch bei der Hardware-Ausstattung könnte Dixon als ausgewiesener Hardware-Spezi ruhig noch eine Schippe drauflegen. 

Das gilt insbesondere für die etwas ungeschmeidig laufenden Stimmschrauben und die Tomhalterung, die ich gerade für zügige Auf- und Abbauten auf Gigs als zu umständlich empfinde. Aber eigentlich ist die Optik auch zu schön, um das Roomer Select auf jede Bühne zu zerren?! Dafür gibt es ja dann das normale Little Roomer. Fazit: toller Sound mit besonderer Optik, allerdings müssen bezüglich der Hardware sowie der Qualität der Anbauteile leichte Abstriche gemacht werden.

Interessante Optik und gute Sounds – allerdings ist die Hardware-Ausstattung noch ausbaufähig.
Interessante Optik und gute Sounds – allerdings ist die Hardware-Ausstattung noch ausbaufähig.
Artikelbild
Little Roomer 3pc Select HRG
Für 849,00€ bei
  • Hersteller: Dixon
  • Bezeichnung: Little Roomer
  • Herkunftsland: Taiwan
  • Kesselmaterial: Mahagoni,
  • 9-lagig, mit 7,2 Millimeter Wandstärke
  • Finish: seidenmatt lackiert
  • Kesselgrößen:
  • 20“ x 12“ Bassdrum
  • 12“ x 7“ Tom
  • 14“ x 14“ Standtom
  • Schlagfelle: Evans G2 und Emad
  • Resonanzfelle: einlagig, keine weitere Herstellerangabe
  • Zubehör:
  • 3 Standtom-Beine, 2 Bassdrum-Füße
  • Rohr zur Bassdrum-Montage
  • Drummer Pouch mit Stimmschlüssel
  • Besonderheit: in drei Farbvarianten erhältlich
  • Preise: (Verkaufspreise 05/2024)
  • Little Roomer Select € 849,-

Herstellerseite: https://playdixon.com

Hot or Not
?
Dixon Little Roomer Select Test

Wie heiß findest Du dieses Produkt?

Kommentieren
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bonedo YouTube
  • Dixon Little Roomer Select – Worth the Upgrade?
  • Best Drumsticks for Beginners (5A, 5B, 7A & More)
  • E-Drums aufnehmen: Welche Methode ist die beste? | Tutorial deutsch