Im folgenden Artikel widmen wir uns dem neuen Rodec Phono/Line-Preamp, dem Bunk 01 in „Elm Black“, der in einem Holzgehäuse und mit einem schaltbaren 3-Band-EQ daherkommt. Im Wesentlichen sind Preamp und EQ aus dem legendären Clubmixer MX180 übernommen worden, hinzu gesellt sich eine weitere und zwar diskrete Phonovorstufe, die entsprechend zeitgemäß, also transparent klingt. Die belgische Firma bietet insgesamt fünf verschiedene Farbkombinationen zur Auswahl an, so dass man meinen könnte: „Für jeden was dabei!“ Ob sich dieses Statement im Bunk 01 manifestiert, also ob es sich um einen Preamp für jedermann handelt, könnt Ihr im folgenden Review erfahren.

Rodec Bunk 01 – das Wichtigste in Kürze
- gute Verarbeitung
- gewohnt gut klingende Preamps
- sehr musikalischer Equalizer
- Phono-Verstärkung bis zu 65 dB (!)
- unkonventionelles Produktdesign
- Entwicklung & Fertigung in Belgien
- gerasterte EQ-Potis
- Lowcut-Filter vermisst
- kein Gain-Pad
Von belgischen Ulmen …
Rodec Bunk 01 kommt in einem Gehäuse aus Holz, beim vorliegenden Testprobanden „Elm Black“ handelt es sich um die belgische Ulme. Sowohl das Front- als auch das Backpanel sind aus 2 mm starkem Aluminium gefertigt. Mit Abmessungen von 95 x 85 x 210 mm (BxHxT) ist er doch ganz niedlich geraten, sein schmales Gewicht von 800 g unterstreicht diesen Eindruck. Mit Betriebsspannung versorgt wird Vorverstärker mit einem externem Schaltnetzteil, Typ Computernetzteil, immerhin keine Wandwarze.
Rodec Bunk 01:Welche Farbe soll‘s sein?
Der belgische Hersteller bietet fünf verschiedene Farbkombinationen an. Neben Elm Black sichte ich noch die Farbkombinationen Elm Blue, Maple Carmine Red, Walnut Green und Bamboo Black. Mit der Farbauswahl gehen auch andere Verkaufspreise einher. Ja, richtig gelesen, sie kosten nicht das gleiche. Elm Blue und Bamboo Black schlagen mit etwa 630 Euro zu Buche, hingegen Maple Carmin Red und Elm Blue für 599 Euro zu haben sind. Bamboo Black glänzt mit 660 Euro Spitzenpreis. (War ja klar – gefällt mir am besten!





Worum handelt es sich konkret?
Rodecs Bunk 01 ist ein besonders geschnürtes „Paket“ aus der MX-Modular-Serie. Es sind nämlich im Grunde zwei separate Einschübe aus der 100er-Serie der belgischen Firma. Der obere Einschub, das M101, bildet den wahren Kern des Bunk 01, den Vorverstärker, während sich die Cassette des darunterliegenden M102 für die klangliche Ausgestaltung in Form des schaltbaren 3-Band-Equalizers zeigt.
Beim Preamp handelt es sich um die Vorstufentechnik des MX180 aus den Jahren 1990–1996, während der 3-Band-EQ sich sogar an Rodecs „Urmixer“, dem MX18 orientiert, der bis 1990 eingestellt wurde. Beide Einschübe sind auch separat erhältlich. Für den M101 muss man derzeit gut € 285 berappen, der M102 wandert für etwa € 166 über die Ladentheke.
Das Backpanel des Rodec Bunk 01
… von Rodecs Bunk 01 beheimatet sämtliche Schnittstellen. Hierzu zählen drei Stereo-Cinch-Paare: Ganz rechts nimmt der Bunk 01 das Phonosignal entgegen, in der Mitte findet die Line-Quelle Anschluss und das Paar zur Linken führt das bearbeitete Line-Signal wieder aus dem Bunk 01 heraus. Direkt darunter fußt Mr. Powerbutton, folgerichtig schmiegt sich von rechts die Aufnahme für die Stromversorgung (DC 12 V, 1 A) an. Last but not least sei die Masseaufnahme erwähnt, die wie selbstverständlich unter dem Phonoeingang Platz gefunden hat. Die Feststellschraube ist sehr ordentlich, genügend groß und griffig – keine Fummelei. Prima.




Das Rodec Bunk 01 Frontpanel
Rodecs Phono-Tool beheimatet frontseitig sämtlich Bedienelemente, die der Bunk 01 mitbekommen hat. Der Gain-Regler zur Linken hat freilich sichtbaren Einfluss auf das rechts benachbarte Stereo-Peakmeter, das aus 2×7 LEDs zusammengesetzt ist.
Mit Druck auf den Schalter Phono wird die duale Phonostufe aktiviert, was dieser orangefarben durch eine innenliegende LED quittiert. Der Druckschalter MX180 entscheidet dann über die Stufenauswahl. Gedrückt und gelb leuchtend ist die Stufe aus dem MX180 aktiv, andernfalls die diskrete Vorstufe.
Erster Vergleich der beiden Vorstufen
Je nach Soundmaterial ist der Unterschied mehr oder weniger ausgeprägt. Die diskrete Vorstufe klingt auf Anhieb deutlich transparenter als die des MX180 und dadurch auch offener.
Nachdem ich jedwedes Gain auf Rechtsanschlag gestellt hatte, also Ausgang Bunk 01 UND Eingang DJ-Pult, nimmt beim Umschalten auf die MX180-Vorstufe das Grundrauschen hörbar zu (schätzungsweise um 6–9 dB), leider habe ich kein geeignetes RMS-Messgerät hier und das vorliegende Peakmeter flattert einfach aufgrund zu schneller Rückholzeiten zu stark.
Der letzte Schalter On (de)aktiviert die drei Bänder des Equalizers. Alle Schaltvorgänge finden ob mit oder ohne laufendem Programm knacksfrei statt. Das gilt übrigens auch für den rückseitigen Netzschalter (!). Das Computernetzteil streut zudem unmerklich und geht somit für mich auch in Ordnung.




Ein paar Tech Specs zum M101
Die angeschlossene Line-Quelle erfährt einen maximalen Boost von 20 dB, auf 12 Uhr kommen wir „Line“-seitig auf 0 dB.
Die Verstärkung der Phonostufe gibt Rodec mit maximal 65 dB (!) an. Steht der Gain-Regler in 12-Uhr-Stellung, liegt die Verstärkung bei durchschnittlich 45 dB. Das ist ganz schön üppig und geht mit unfassbar wenig Rauschen vonstatten! Auch bis 15 Uhr ist das Rauschen immer noch sehr erträglich, dann nimmt es aber merklich zu.
Abweichungen von der integrierten RIAA-Entzerrung betragen laut Rodec maximal 0,3 dB. Der Übertragungsbereich reicht laut Herstellerangabe von 9 Hz bis 75 kHz bei einer maximalen Abweichung von +0 und -1 dB. Sagenhaft gut, kann man meinen. Aber wie heißt es so schön? Wichtig is‘ auf‘m Platz!
Kerndaten des M102
Der 3-Band-EQ ist eher „klassisch“ abgestimmt. Alle Bänder erlauben einen maximalen Boost bzw. Cut von +/-12 dB. Der EQ des MX18 war seinerzeit ebenfalls derart gestaltet und er diente schließlich als Vorbild. Findige Leser bemerken nun nach Betrachtung der Fotos, dass auf dem Frontpanel des M102 Boost und Cut auf den konzentrischen Skalen mit +10 dB bzw. -10 dB angegeben werden, was aber so nicht stimmt.
Der Lowshelf-EQ setzt bei 100 Hz an, während das Mittenband breitbandig und zentral bei 1 kHz angreift. Der Arbeitspunkt des Highshelfs ist bei 10 kHz angesiedelt. Alles in allem nichts Ungewöhnliches und dennoch hinterlässt der EQ direkt einen bleibenden Eindruck – er klingt wirklich toll. Doch dazu gleich mehr.


























