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Nach mehr als 60 Jahren: Ex-AC/DC-Drummer Chris Slade geht in Ruhestand

Chris Slade beendet seine Karriere als Schlagzeuger. Nach einem Schlaganfall habe sich sein Gesundheitszustand zunehmend verschlechtert. Ganz von der Bildfläche verschwinden möchte der ehemalige AC/DC-Musiker jedoch nicht.

Alamy Stock Foto / florent boyadjian

Mehr als sechs Jahrzehnte lang saß Chris Slade hinter dem Schlagzeug. Nun zieht der 79-Jährige einen Schlussstrich unter seine aktive Karriere. In einer emotionalen Videobotschaft erklärte Slade, dass ihm die Entscheidung alles andere als leichtgefallen sei.

„Schweren Herzens gebe ich meinen Rückzug vom Schlagzeugspielen bekannt“, beginnt der Musiker seine Nachricht. Eigentlich hätte Slade es gerne seinen kaum kleinzukriegenden Kollegen gleichgetan: Die Rolling Stones und Paul McCartney, die auch jenseits der 80 noch auf der Bühne stehen, bezeichnet er mit einem Augenzwinkern als Grund für ein wenig Neid. Doch sein Körper mache nicht mehr mit.

Vor rund sieben Jahren erlitt Slade nach eigenen Angaben einen leichten Schlaganfall. Dessen Folgen hätten sich inzwischen verschlimmert und zwängen ihn nun dazu, die Drumsticks endgültig aus der Hand zu legen. Ein Sturz im vergangenen Juli dürfte die Entscheidung zusätzlich beschleunigt haben. Wegen schwerer Rippenverletzungen musste Slade damals einen Auftritt seiner Band The Chris Slade Timeline beim italienischen Brudstock Festival absagen. Zu diesem Zeitpunkt konnte er nach eigener Aussage weder seine Arme richtig anheben noch Drumsticks halten.

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Von Tom Jones zu AC/DC

Dabei begann Slades professionelle Laufbahn bereits im Alter von 16 Jahren. Ausgerechnet in der Band von Tom Jones. Später gehörte er zu den Gründungsmitgliedern von Manfred Mann’s Earth Band und spielte unter anderem mit Uriah Heep, Asia, David Gilmour, Gary Moore und The Firm, der Band von Jimmy Page und Paul Rodgers.

Seinen bekanntesten Job bekam Slade Ende 1989 bei AC/DC. Mit der Band nahm er das Erfolgsalbum „The Razors Edge“ auf, auf dem auch „Thunderstruck“ zu finden ist. 1994 musste er seinen Platz wieder für Phil Rudd räumen. Mehr als 20 Jahre später folgte jedoch das überraschende Comeback: Als Rudd aufgrund rechtlicher Probleme ausfiel, holten AC/DC Slade für die „Rock Or Bust“-Tour zurück ans Schlagzeug.

Auch nach seiner Zeit bei AC/DC blieb der Waliser aktiv. Mit The Chris Slade Timeline tourte er weiterhin durch Europa und veröffentlichte noch 2024 das Album „Timescape“. Dass nun tatsächlich Schluss sein soll, scheint ihm entsprechend schwerzufallen. Bei seinen Fans und Bandkollegen bedankt er sich für die gemeinsamen Konzerte und bittet darum, der Timeline-Seite weiterhin zu folgen. Dort soll es auch künftig Neuigkeiten geben. Denn:

Ein letztes großes Projekt bleibt

Komplett zurückziehen will sich Slade nämlich offenbar noch nicht. Seit Jahrzehnten arbeitet er an seiner Autobiografie, die er ausdrücklich in seinen eigenen Worten schreiben möchte. Zwischenzeitlich war sogar von drei möglichen Bänden die Rede. 2024 verriet er, dass er nach rund 20 Jahren Arbeit noch nicht einmal mit den Geschichten aus den Sechzigern fertig gewesen sei.

Über Zeitdruck scherzte der Musiker noch im vergangenen Jahr: Er müsse das Buch allmählich beenden, schließlich habe er nur noch „20 oder 30 Jahre“. Wenn Chris Slade seinen Humor behält, dürfte zumindest der Ruhestand nicht allzu ruhig werden.

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