Anzeige

Kritik von Roger Waters, Massive Attack und co. – Ed Sheeran unter Druck

Die aktuelle Kontroverse um Ed Sheeran ist mittlerweile deutlich größer als der ursprüngliche Streit um einen Supporting-Act geworden. Nachdem Macklemore für seine pro-palästinensischen Aussagen von der US-Tour gestrichen wurde, sprechen sich nun zahlreiche Musiker und Musikerinnen gegen Ed Sheeran aus. Mittlerweile hat sich der Pop-Sänger selbst zu Wort gemeldet, um seine Position klarzustellen.

©Drew de F Fawkes – digboston

Der Ursprung für die ganze Kontroverse waren Macklemores Auftritte Anfang September als Opening-Act für Ed Sheerans Loop Tour. Mit klaren Worten sprach sich der Rapper hier für die Rechte der Palästinenser aus und forderte “Free Palestine”. Nur wenige Tage später wurde bekannt, dass Macklemore keine weiteren US-Auftritte mit Ed Sheeran mehr spielen würde. In einem Statement auf Social Media erklärte Macklemore daraufhin, dass besonders der Druck von Veranstaltern und Venue-Betreibern für diese Entscheidung sorgte.

Sheeran rechtfertigte sich anschließend damit, dass der Entschluss von dem Tourveranstalter und nicht von ihm persönlich getroffen worden sei. Die Folgen waren jedoch schwerwiegend. Weitere Opening-Acts, Finneas, Lukas Graham, Aaron Rowe und die irische Band Beoga, zogen sich von der Tour zurück und Sheeran musste daraufhin die kommenden Konzerte neu organisieren. Gleichzeitig wächst der öffentliche Druck auf den britischen Popstar, dessen Image zuvor meist unpolitisch und unbestritten war.

Massive Attack und Roger Waters kritisieren Sheeran

Zahlreiche Stimmen aus der gesamten Musikwelt meldeten sich hier zu Wort. Die britische Band Massive Attack warf Ed Sheeran vor, die Zensur eines anderen Musikers zuzulassen und über einen Völkermord zu schweigen. In einer Situation wie dieser sei die Enthaltung kein neutrales Statement des Musikers. Auf Instagram erklärte Massive Attack:

„Unterhaltung kann niemals wichtiger sein als der Widerstand gegen Apartheid und den Völkermord an unseren Mitmenschen. ‚Neutralität‘ angesichts des Abschlachtens von mehr als 20.000 Kindern kann niemals Neutralität sein. Kein Künstler sollte die Zensur eines anderen Künstlers hinnehmen, ganz gleich, wie viele Millionen Dollar auf dem Spiel stehen. Der Kreislauf aus staatlichem, unternehmerischem und medialem Schweigen, der einen Völkermord ermöglicht hat, versucht, prominente Künstler und Schauspieler zum Schweigen zu zwingen.“

©Wikimedia Commons: Festival Eurockéennes/Rod le Hiboo

Roger Waters’ persönliche Nachricht

Noch persönlicher und direkter meldete sich der ehemalige Pink-Floyd-Musiker Roger Waters. Waters, der schon seit vielen Jahren ein überzeugter Pro-Palästina-Aktivist ist, erklärte, dass Ed Sheeran eindeutig jemand wäre, der das Falsche tue.

„Ich habe nur eine kleine Nachricht für dich [Ed Sheeran]. Es gibt zwei Arten von Menschen auf dieser Welt. Es gibt Menschen, die das Richtige tun. Der Rapper Macklemore wäre einer davon. Und es gibt Menschen, leider sehr viele, kleine F… Entschuldigung, ich hätte beinahe das F-Wort benutzt, kleine Arschlöcher wie du, die das Falsche tun.“

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

Zuletzt kritisierte auch die Alternative-Rock-Gruppe Garbage den Umgang mit Macklemore scharf. Die Band erklärte auf Instagram, dass Ed Sheeran, als einer der größten Künstler der Welt, gecancelled wird, weil er vermeintlich neutral bleiben wollte. Garbage lobte zudem alle Künstler, die von der Tour absprangen, und Fans, die ihre Tickets für die Tour verkauften. Sie würden damit eine Gewissensentscheidung gegen den Genozid und für die palästinensischen Menschen treffen.

Ed Sheeran spricht über die Kontroverse

©Wikimedia Commons: Harald Krichel

Bei seinem Konzert in Philadelphia am 19. September äußerte sich der Pop-Star erstmals vor Publikum zu den Ereignissen. Da neben den Supporting-Acts auch Musiker seiner eigenen Band ausgestiegen waren, mussten spontan einige Veränderungen vorgenommen werden. Einige der neuen Musiker hatten laut Sheeran nur drei Tage Zeit, um sich auf das Programm vorzubereiten und die Lieder zu üben. Zudem verkleinerte er die Bühne aus Angst, das Publikum könnte mit Dingen nach ihm werfen.

Außerdem bekannte und entschuldigte sich Ed Sheeran in seiner Ansprache für seine Fehler. „Ich bin es gewohnt, dass meine Musik kritisiert wird“, erklärte er. Diesmal sei die Kritik jedoch mit einem deutlich größeren Thema verbunden gewesen. „Ich habe Fehler gemacht und es tut mir wirklich, wirklich leid.“

Anschließend sprach Sheeran über seine eigene Haltung zum Konflikt zwischen Israel und Palästina. Hierbei bezeichnete er den Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 als “horrific” und sprach von “Jahrhunderten jüdischen Schmerzes”. Zugleich betonte er aber, dass die Situation im Gazastreifen katastrophal und ungerechtfertigt sei, insbesondere in Bezug auf den Tod Unschuldiger und Kinder. Dennoch versteht Sheeran sich nicht als politischer Kommentator. Vor allem wünscht er sich, mit seiner Musik Einheit zu schaffen, nicht Spaltung.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Einen Punkt äußerte Ed Sheeran aber besonders deutlich: die Angst, dass Veranstalter und Konzertlocations darauf nehmen, welche Ansichten auf der Bühne geäußert werden dürfen. Ihn besorgt die Vorstellung, dass die Veranstaltungsorte Künstler wegen ihrer politischen Ansichten ausfiltern, was in der freien Welt nicht passieren dürfe.

Hot or Not
?
Roger Waters Sheeran Arschloch Bild

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

Kommentieren
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bonedo YouTube
  • This 26" Ludwig 3-ply kit rocks! #ludwigdrums #bonham
  • Have you heard the new Marleaux Artio bass yet??? #bass #marleaux #marleauxbass #marleauxartio
  • Arturia REV OCEAN Demo – Abyss, Tide & Foam – no talking!