Hercules DJControl T10 Test

Hercules DJControl T10 ist in der Redaktion eingetroffen und bringt als DJ-Controller für Serato und DJUCED motorisierte 10-Zoll-Plattenteller sowie zahlreiche Performance-Features mit. Neben doppelseitigem Echtvinyl und Dr.Suzuki-Slipmats, dem hauseigenen InduXfader, einem Innofader-zertifizierten Crossfader mit etlichen Einstellmöglichkeiten und doppelter USB-C-Schnittstelle gibt´s professionelle Anschlüsse und ein stattliches Kreativarsenal, auch wenn 1299 Euro wohl die teuerste UVP ist, die Hercules DJ bis dato ausgesprochen hat. Schaffen sie den Spagat zwischen brandaktuellem Controller-Design, gutem Vinyl-Feeling und gesundem Preis-Leistungs-Verhältnis?

Hercules DJControl T10 DJ-Controller Test
Unser Fazit:
4 / 5
Pro
  • motorisierte 10-Zoll-Plattenteller
  • schickes Design mit gelungenem Status-Feedback
  • Dual-USB-C für Back2Back und Streaming
  • zahlreiche kreative Möglichkeiten inkl. Split Stems (exklusiv)
  • solide Performance
  • integriertes Audiointerface mit gutem Klang
  • vergleichsweise geringes Transportgewicht
  • DJUCED Pro und Serato Pro kompatibel
  • Dr. Suzuki Zubehör und Serato Pitch´n´Time DJ im Lieferumfang
Contra
  • keine Stand-alone-Mischpultfunktion
  • Kunststoff- statt Vollmetallgehäuse
  • weder Mikrofon-Talkover noch Mike-FX

Hercules DJControl T10 – das Wichtigste in Kürze

  • Was ist der Hercules T10 DJ-Controller? Hercules DJControl T10 ist ein DJ-Controller mit motorisierten 10-Zoll-Plattern (Riemenantrieb) und Dual-USB für Performance-orientierte Scratch- und DJ-Sets.
  • Was ist das Produktversprechen? Der Controller möchte realistisches Turntable-Feeling auf die digitale Ebene portieren und dabei einen hohen Performance-Aspekt bieten.
  • Was sagt der Test? Hercules DJControl T10 ist ein gelungener DJ-Controller für DJs, die Vinyl-Handling bevorzugen, viel Wert auf gutes Crossfader-Tuning legen und eine gut ausgestattete Kreativabteilung zu schätzen wissen.
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Hercules DJ Control T10
Hercules DJ Control T10 Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

Was ist im Lieferumfang des Hercules DJControl T10?

Der Lieferumfang des Hercules DJControl  T10 kann sich sehen lassen. In dem bunt bedruckten Karton, der unseren Testkandidaten in Styropor-Formteilen vor Transportschäden schützt, befinden sich folgende Ingredienzien:

  • ein Hercules DJC T10 DJ-Controller
  • je zwei 10-Zoll-Vinyls, Slipmats und Slipsheets 
  • ein Netzteil
  • ein USB-C-Kabel
  • ein Manual
  • ein Satz Aufkleber
  • eine Lizenz für Pitch´n´Time DJ 

Der Controller ist mit Serato und DJUCED kompatibel. Zum Download der Programme benötigt ihr einen User-Account des jeweiligen Herstellers. Hercules liefert euch obendrein eine DJ-Learning-Academy sowie lizenzfreie Tracks und Samples für registrierte Nutzer.  

Dr.Suzuki Slipmats, Slipsheets und 10-Zoll-Echtvinyl mit unterschiedlichen Seiten

Dr. Suzuki hat spezielle Slipmats und Slipsheets für den T10 entwickelt. Interessant daran: Die Slipmat lässt sich auf beiden Seiten benutzen um ein unterschiedliches Scratchgefühl zu erzielen. Bedeutet: Nutzt ihr die normale Seite der Slipmat und das Slipsheet, habt ihr ein Setup, dass Scratch-Techniken entgegenkommt. Die umgedrehte Seite ohne Slipsheet resultiert in einem geräuschreduzierenden Silent-Setup.

Wie bereits beim T7 setzt auch der T10 auf (in Frankreich gepresste) Vinylscheiben. Auch hier hat sich Hercules etwas ganz Besonderes einfallen lassen, denn die 10-Inch verfügt über zwei unterschiedliche Seiten, eine für Scratching und Turntablism und eine für längere, gleichmäßige Bewegungen. 

Nur wenige Minuten später ist das Gerät auch schon zusammengebaut.

Welche Anschlüsse bietet der Hercules DJControl T10?

An der Vorderseite finden sich die beiden Kopfhöreranschlüsse (3,5 mm/6,3 mm). Außerdem die Regler für den Cut-In, die Curve und eine Stellschraube für die Crossfader-Tension. 

Das Backpanel beginnt mit einer Kensington-kompatiblen Diebstahlschutz-Aussparung, dem Power-Taster und der Anschlussbuchse für das Netzteil. Dazu gesellen sich zwei USB-C-Buchsen für eure Computer. 

An der Rückseite notiere ich zur Verbindung mit der Beschallungsanlage einen dualen Master-Output mit symmetrischen XLR-Anschlüssen und Cinch und einmal symmetrische Klinken-Buchsen für Booth (getrennt regelbar). Eingangsseitig stehen XLR/Klinke-Combo (symmetrisch) für das Mikrofon sowie ein Cinch-Aux-In bereit. Dass der Controller keine Phono-Inputs, einen Standalone-Mixer oder Bluetooth mitbringt, ist in Anbetracht des Preises vielleicht verständlich, dennoch schade.

Wie ist der erste Eindruck?

Es ist schon ein ordentlicher Brocken Hardware, den man aus dem Paket befreit. Das Gerät misst 95 x 35,3 x 9,5 cm und kommt auf ein ziemlich moderates Transportgewicht von 7,3 kg. Zum Vergleich: Der Rane One MK2 legt mit seinem Metall-Chassis 10,6 Kilo an den Tag.

Das überwiegend aus Kunststoff gefertigte Chassis des DJC-T10 mit den seitlichen Schutzblenden ist ordentlich verarbeitet und setzt auf ein mattes Schwarz, was dem Gerät äußerst gut steht. Die vorderen Bedienelemente liegen unter einer Blende, welche die frontalen Regler durchaus gegen Stöße schützen kann.

Regler, Tasten und Fader fühlen sich gut an mit genug „Luft zum Atmen“. Hercules verbaut solide Metallstifte für die Regler statt Plastikschäfte. Die Teller mit den markanten Dreiecken sehen ebenfalls klasse aus. Der T10 wirkt in seinem Battle-Layout nicht zu überladen, sondern übersichtlich. 

Im Gegensatz zum DJControl Inpulse T7, bei dem die Performance Pads unter den Jogwheels beheimatet waren, liegen beim großen Bruder die Teller frei und die Performance Pads wurden mit in die Mischpult-Sektion verlagert, ähnlich wie bei den Pioneer-S-Battlemixern oder einem Pioneer DJ REV7 Controller.

Standfüße, Griffmulden und Transporttaschen

Das Gerät verfügt über ausklappbare Standfüße und steht sicher auf dem DJ-Tisch. Seitliche Griffmulden erleichtern das Anheben für den Transport. Apropos Transport: Wenn ihr das Gerät nur zu Hause einsetzen wollt, legt euch auf jeden Fall einen Decksaver zu oder baut euch einen Staubschutz aus Folie. Für unterwegs respektive den Transport zum Gig besorgt euch besser ein Case oder eine Tasche. Nachstehend ein paar passende Optionen. Hercules selbst hat mit UDG das DJC T10 Urbanite Backpack entwickelt, das auch ein Laptop-Fach hat.

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Mitgedacht – alternative Notstromversorgung über USB-C

Und noch mal kommt Hercules mit einem nützlichen Feature um die Ecke: Man hat unter dem Controller ein kleines Fach verbaut, dass einen USB-C-auf-Power-Jack-Adapter enthält. Solltet euch also irgendwann mal das Netzteil abrauchen oder verloren gehen, seid ihr mit einem USB-C PD-Netzteil das Mindestens 48 W/2,59 A kann, auch am Start.

USB-C PD Adapter
USB-C PD Adapter

Was für einen Computer oder Laptop benötigt man für die Hard/Software?

Laut Serato sollte man eine leistungsstarke und moderne CPU/GPU nutzen und der Rechner sollte ausreichend RAM mitbringen, in Zahlen (High Performance in Klammern):

Intel Core i5 (i9) ab 2017 sowie 8 (16) GB RAM oder besser (4GB or 14-core GPU)

Auf der Hercules Website sind aktuell keine Mindestanforderungen für DJUCED PRO ausgewiesen, aber die dürften wohl ähnlich ausfallen. Mein Test erfolgt auf einem MacBook (M4 mit 16 GB RAM). Schauen wir uns den T10 nun näher im Praxischeck an.


Der Hercules DJControl T10 im Praxischeck

Serato und DJUCED sind geladen, die USB-Verbindung zum Laptop steht und es kann losgehen. Noch den Power-Knopf betätigen und nach einer Lightshow wartet die Konsole auf einen Handshake mit einem DJ-Programm. Erfreulicherweise bekommt ihr zweimal die Pro-Version dazu, die im Einzelfall bis zu 200 Euro kostet. Serato serviert dazu noch Pitch&Time DJ, eine gegenüber Serato Keylock verbesserte Variante.

Der Controller wird beim Start von den jeweiligen Anwendungen automatisch erkannt und eingerichtet. Solltet ihr eines der Programme zuvor schon genutzt haben, könnt ihr direkt auf eure Musikbibliothek zugreifen. Neulinge dagegen haben die Möglichkeit, ihre Musikordner zu importieren, Playlisten zu bauen und die Tracks analysieren lassen oder mit einem Streaming-Anbieter loszulegen. Ein paar Demo-Tracks sind auch verfügbar. Mit den Navigationselementen, die in jedem Deck verfügbar sind, durchstöbert man seine Tracks und Listen dabei sehr komfortabel. Die zusätzliche Prepare-Taste befüllt eure temporäre Playlist für die Mixsession. 

Mixen mit dem DJC-T10

Links unten im Deck sitzt die Transportsektion mit den üblichen Verdächtigen Play/Pause Cue, Sync und Shift. Startet ihr den Track ein, blinkt der Leuchtring am Navi-Encoder blau im Takt, wobei der Downbeat rot visualisiert wird. Sieht nett aus und hilft beim Mitzählen. Mit Autosync ist der zweite, on-the-fly flott analysierte Titel schnell für den Mix bereit. Das Pult bietet euch einen Dreiband-EQ fürs Frequenzmixing, den ihr in DJUCED auf Isolator umschalten könnt, und vier Channel-FX.

Das Pult bietet euch einen Dreiband-EQ fürs Frequenzmixing, dazu Channel-FX

Ob man den Track lieber mit den Linefadern, die sehr geschmeidig laufen, reinbringt oder den Crossfader nutzt, ist persönliches Gusto. Dass einem in der unteren Mischpultsektion nichts im Weg liegt und man gut Platz für Crossfader-Akrobatik und Up&Down-Fader-Action hat, ist begrüßenswert und in Scratch-affinen Umgebungen äußerst beliebt. Besonders der Crossfader bietet zahlreiche Stellschrauben, die Scratchern entgegenkommen.

Fader-Trio für Mixing-Action beim Hercules DJControl T10
Fader-Trio für Mixing-Action beim Hercules DJControl T10

InduXfader – der berührungslose Crossfader von Hercules

Der InduXfader – übrigens von Innofader zertifiziert – ist ein berührungsloser Crossfader, der auf Langlebigkeit, geschmeidiges Laufverhalten, geräuschlosen Betrieb sowie individuell anpassbares Spielgefühl ausgelegt wurde und der über die Bedienelemente an der Vorderseite des Hercules DJControl T10 an den persönlichen DJ-Stil angepasst werden kann.

Via Feeling-Rad lässt sich der Widerstand zwischen leicht und schwer einstellen. Mittels Curve wird die Flankencharakteristik des Crossfaders festgelegt. Fast = schnelle Kurve für Scratching. Slow = langsame Kurve für Mixing-DJs. Reverse kehrt die Crossfader-Blendrichtung um. Über den Cut-Lag-Regler lässt sich die Deadzone an den Endpositionen des Crossfaders von ca. 0,1 mm bis ca. 5 mm regulieren. Scratcher-Herz, was willst du mehr?

Hercules DJControl T10 : vorhören, moderieren und klangliche Aspekte

Was das Vorhören angeht, bieten euch beide Kanäle und der Master die obligatorischen Preview-Tasten und ihr habt die Möglichkeit, die Signale via Cuemix auf dem Kopfhörer zu mischen. Das passt für mich persönlich, doch manchem mag vielleicht eine Split-Cue-Taste an der Hardware fehlen. Der Kopfhörerausgang ist klar im Sound und ausreichend laut für Party und lautere Umgebungen.

Zum Anpassen der Lautstärke an die PA logieren oben mittig Master- und Booth-Volume-Regler, sodass man die Pegel von Monitorboxen an der Klinke und Dancefloor-Speakern an XLR bequem vom Gerät aus feintunen kann. Ich habe den T10 im Test an zwei PA-Boxen plus Sub angeschlossen und kann dem Gerät einen druckvollen Sound attestieren.

Wollt ihr auch moderieren oder Durchsagen machen, ist das grundsätzlich kein Problem. Der Lautstärkeregler für das Mikrofon ist gleich unter dem Aux-Level positioniert und hat zur Klangabstimmung noch einen Hi-Low-Regler spendiert bekommen, muss aber auf FX oder Talkover-Taste verzichten. 

Der 10-Zoll-Plattenteller des Hercules DJC-T10 

Hercules hat für seinen DJControl T10 einen servogesteuerten, motorisierten und riemengetriebenen Plattenteller entwickelt. Er wird von einem bürstenlosen Motor angetrieben und bleibt laut Datenblatt mit 0,16 Nm Anlaufdrehmoment und voller Wiedergabegeschwindigkeit in unter 100 ms selbst bei härteren Scratch-Aktionen stabil. Ein Sensor überwacht dabei die Drehung, ein Mikrocontroller korrigiert Abweichungen. Die Geschwindigkeit des Tellers lässt sich von 33 auf 45 rpm umschalten.

Scratchen funktioniert für meine bescheidenen Scratch-Fähigkeiten unter Serato wie auch DJUCED ziemlich gut. An der Spindel bremsen oder nachzudrehen, um die Phase zu korrigieren wie bei einem echten Plattenspieler, geht allerdings nicht, da dies den Track unverhältnismäßig stark beeinflusst, da die Spindel bei meinem Testmuster mehr oder weniger durchdreht. 

Stattdessen könntet ihr den Teller abbremsen oder anschubsen oder alternativ die Pitch-Bend-Tasten verwenden. Man sollte auch beachten, dass sich der Antrieb nicht abschalten lässt, auch wenn der resultierende „Jogwheel-Charakter“ wohl eher sekundär für das Gros der Interessenten wäre.

Der imposante 10-Zoll-Plattenteller mit Vinyl-Auflage nimmt fast die gesamte Fläche der Decks ein. Hercules hat sich beim Design des Tellerrandes für Dreiecke analog zum eigenen Logo entschieden – sieht gut aus, wenn ihr mich fragt.

Der Plattenteller ist obendrein von einem LED-Ring umgeben, der in verschiedenen Farben je nach Modus illuminiert und dadurch visualisiert ob ob ein Track abspielt, gleich zum Ende kommt, fertig geladen (abspielbereit ist) etc. Das lässt sich in den Settings nach eigenem Gusto anpassen.

Hercules DJControl T10 Plattenteller

LED-Farbe und Helligkeit lassen sich einstellen, indem ihr die Tasten Shift + Beatmatch Guide betätigt und so in den Colour-Editor-Modus gelangt. Dort zeigen euch die RGB-Pads des Hot-Cue-Modus sieben Vollfarben und im Loop-Modus sieben Pastellfarben an. Nun müsst ihr die gewünschte Farbe selektieren und könnt über den Depth-Regler die Helligkeit festlegen. Das wird direkt im T10 gespeichert.

Was bieten die Deck-Sektionen des Hercules DJ-Controllers noch?

Da wo beim echten Plattenspieler der Tonarm nebst Aufhängung wäre, sitzt die Navigation mit einem großen Encoder, Prepare und Back-Tasten sowie dem 100 mm Pitchfader, der präzise Tempoabstimmung ermöglicht und dessen Regelbereich je nach Software mit der Range-Taste zwischen 8,16 und 50 Prozent (Serato) und zusätzlichen Schritten in DJUCED (6, 10, 12, 20, 25, 33) umschalten lässt. An den Enden und um die einrastende Mitte sind gut eine halbe Skalenteilung Deadzone auszumachen. Bei 8 Prozent Regelbereich sind gut 5/100 Feinpitching drin. 

Tempofader beim Hercules DJControl T10

Gegen Mickymaus/Vader-Effekte beim Pitchen dient der Keylock zum Einfrieren der Tonhöhe. In diesem Punkt sind beide Programme kompetent. Da ihr von Serato auch noch das Pitch&Time Plug-in bekommt, sind in Serato DJ selbst größere Tempoabweichungen zum Original gut gestretcht bzw. verdichtet.

Ebenso an Bord sind Pitch-Bends und Tempo-Umschaltung für die Drehzahl. Was braucht man mehr fürs manuelle Beatmatching? Pitch- und Beat-Align-LEDs als Mixhilfe? Sind an Bord. Unterm Teller und beim Pitch, versteht sich. 

Audio Samples
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DJUCED Keylock: plus-minus 4-8-12-16 Serato P&T Keylock: plus-minus 4-8-12-16

Stems Scratchen und slippen!

Rechts unten im Deck des Hercules DJControl T10 ist eine dedizierte Stem-Abteilung auszumachen, mit der ihr einerseits Vocals und Instrumentals auf Knopfdruck erzeugt, andererseits sogar Stems in den Slip-Modus schalten könnt. Die selektierte Stem kann dann gescratcht werden, der Rest des Tracks läuft einfach weiter und die Stem setzt nach dem Scratching wieder an Originalposition ein, wo sie ohne Scratch gewesen wäre. Die Release-Zeit könnt ihr zudem einstellen. Klasse Feature. 

Stem Slip-Abteilung DJC-T10
Dedizierte Stem-Abteilung mit Slip Stems

Mit diesem Feature können nicht nur gestandene Turntablists neue, zuvor nicht mögliche Scratch-Routinen an den Tag legen. Und selbst DJ-Anfänger gehen auf Nummer sicher. Das funktioniert auch prima, auch wenn mehrere Stems ausgewählt sind, ist aber Serato vorbehalten. Stems funktionieren zudem nicht mit den meisten Streaming Services.

Loops und Performance Pads beim Hercules DJControl T10

Ganz klassisch designt ist die Autoloop-Abteilung beim DJC-T10. Ein Encoder fängt Schleifen voreingestellter Länge auf Tastendruck ein und diese könnt ihr dann mittels Drehung verlängern, kürzen oder verschieben. Alternativ setzt ihr die In- und Out-Punkte manuell, beispielsweise um Vocals einzufangen, die nicht im Takt sitzen etc. Ich finde es gut, dass Hercules eine eigenständige Loop-Sektion verbaut, auch wenn Rolls und Loops als Performance-Modus dabei sind. 

DJUCED kommt mit folgenden Performance Modi

  • Hotcue
  • Loop Roll
  • Stems
  • Sampler
  • Pitch Play 
  • Pad FX
  • Slicer 
  • Beat Jump
Performance Pads beim Hercules DJControl T10

Serato offeriert die nachstehenden Modi

  • Hotcue
  • Loop 
  • Stems
  • Sampler
  • Loop Roll
  • Saved Loops
  • Scratch Bank

Die Pads erweitern das kreative Arsenal der beiden DJ-Programme und somit der eigenen Performance ungemein. Die Tasten legen eine angenehme Größe an den Tag, lassen sich performant spielen und melden Status-Feedback in diversen Farben. Das macht sowohl in Serato wie auch in DJUCED richtig Spaß, zumal auch die Positionierung am Mixer schnelleren Zugriff auf FX und Klangregelung ermöglicht, da kürzere Wege vorliegen. Auch der Sample-Player wurde beim T10 mit einem Lautstärkeregler bedacht. Das ist praktisch.

Loops und Performance Pads beim Hercules DJControl T10
Loops und Performance Pads beim Hercules DJControl T10

Stems-Modi in Serato und Djuced

Neben den bereits erwähnten Instant-Acapella/Vocals-Tasten in der Stem-Slip-Sektion habt ihr via Performance Pads in beiden Programmen die Option, Vocals, Instrumente, Bass und Drums stummzuschalten. DJUCED analysiert Stems beim Laden ins Deck, eine Voranalyse wie in Seratos Stem Crate wird nicht angeboten.  

Das Stems-Feature ist in DJUCED auch für Streaming-Tracks verfügbar. In Serato könnt ihr Stems beim Laden der Tracks analysieren lassen oder diese in einer speziellen Stems-Crate zuvor berechnen. Auf Streaming Tracks lassen sie sich jedoch nicht anwenden.

In klanglicher Hinsicht sind meiner Meinung nach die Serato-Stems den DJUCED-Stems etwas überlegen, und es lassen sich in Serato noch Stem-FX via Pads nutzen, die gute Effekte für die einzelnen Stems in the Mix bringen.  Apropos Effekte…

Zwei Effektsektionen für den DJC-T10

Channel-FX und Beat-FX hat der T10 zu bieten und die FX-Typen sind nicht in Stein gemeißelt, sondern können von euch je nach Software-Umgebung ausgetauscht werden. Im Kanal sind Filter, Reverb, Noise und Dub Echo von Haus aus erstmal gesetzt und sie klingen so …

Audio Samples
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Channel / Mixer FX Djuced Channel / Mixer FX Serato

Die Beat-FX Sektion in der Mitte ist mit FX-Paddles für temporäre FX-Trigger und einer Hold-Stellung ausgestattet. Dazu bekommt ihr einen Regler für den Effektanteil am Signal und eine Tempo-Tap-Taste sowie zwei Buttons zum Halbieren oder Verdoppeln der basierenden Beats. Über sechs Nummerntasten stehen euch Direktzugriffe für eure Lieblingseffekte bereit. Alternativen lassen sich via Shift und FX-Taste (Serato, DJUCED Beta noch nicht) laden.

Mit den FX-Paddles lassen sich Spannungskurven, Build-Ups und Break-Downs erzeugen, Tracks effektieren oder Titel unkompliziert aus dem Mix nehmen. Das gefällt. Hier empfehle ich auch einen Blick auf Seratos Effekterweiterungen der DJ Suite Pro.

Audio Samples
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Beat FX / Deck FX Serato Beat FX / Deck FX DJUCED

Hercules DJControl T10 – ein gelungener Performance Controller?

Nachdem ich nun einige Tage mit dem Hercules DJControl T10 verbringen konnte, muss ich sagen, dass Hercules mit diesem Gerät ein heißes Eisen im Feuer hat. Es bietet dem potenziellen Käufer neben guten Audio-Eigenschaften inklusive professioneller Anschlüsse und einem schicken Design auch viele Tools für Scratching und Mixing, kreative Übergänge und Live-Mashups. Das Battle-taugliche Layout und der Workflow können in vielen Punkten überzeugen und dürften ihre Freunde finden. Die Bedienung geht schnell in Fleisch und Blut über und das Teil macht Laune. Und da wäre noch eine Sache …

Dual-USB mit Master-Recording/Sreaming-Feature

Der Hercules DJControl T10 verfügt über zwei USB-C-Anschlüsse, die ganz klassisch nahtlose DJ-Wechsel zwischen zwei Computern ermöglichen. Da diese Funktion aber nicht ständig genutzt wird, hat der Hersteller dem zweiten USB-C-Anschluss eine weitere Funktion spendiert. USB-C2 kann mit einem Rechner oder Smartphone verbunden werden, woraufhin der T10 dort als Audio-Eingabegerät erkannt wird und das Master-Signal direkt digital an das angeschlossene Gerät für Recording oder Mix-Streaming übertragen kann. 

Damit könnt ihr euren Mix mit Laptop oder Smartphone zum Beispiel via OBS oder direkt an eine Streaming-Plattform senden oder eben aufzeichnen oder ein kleines Performance-Video für eure Socials direkt mit einem kompatiblen Handy aufzeichnen, das Audio-In aufnimmt. Solltet ihr also darüber nachdenken, eure Mixsessions zu teilen, bekommt ihr hier eine integrierte Lösung ohne ein weiteres Audiointerface zwischenschalten/anschließen zu müssen, sofern euer Endgerät dies unterstützt. Vor dem Fazit werfen wir noch einen Blick auf..

Mögliche Alternativen zum Hercules DJC T10

Alternativen zum Hercules DJC T10 gibt es selbstverständlich auch, daher hier noch eine Tabelle zum Vergleich. Einer der größten Konkurrenten neben dem kleinen Bruder T7 dürfte wohl der Rane One MK2 mit Stand-alone-Mixer-Funktion und 29 internen Hardware-Effekten nebst OLED-Display sowie MAG FOUR Crossfader sein, der knapp 200 Euro mehr kostet. Allerdings bekommt ihr hier lediglich 7,2-Zoll-Jogwheels und keine Tension-Control im Direktzugriff. Pioneer REV7 ist ebenfalls mit Motor-Plattern ausgerüstet, liegt aber bei 2000 Euro. 

ProduktHercules DJC T10Hercules DJC T7Pioneer REV7Rane One MK2
Jogwheels2 x 10-Zoll-Motor-Platter2 x 7-Zoll-Motor-Platter2 x 7 Zoll mit integrierten Displays2 x 7,2 Zoll mit Plattenteller
Stand-alone-Mixerneinneinja, Hardware-FX inklusiveja, Hardware-FX inklusive
Audiointerface24 Bit/44,1 kHz24 Bit/44,1 kHz24 Bit/48 kHz (Dual Soundcard)24 Bit/48 kHz (Dual Soundcard)
SoftwareDJUCED, Serato DJ ProDJUCED, Serato DJ Prorekordbox DJ, Serato DJ ProSerato DJ Pro
Decks2222
Stems-Featurejajaja (Serato via FW-Upd.)ja
Preis (€)1.2996991.9991.509

Fazit zum Hercules DJControl T10 Test

Mit dem Hercules DJControl T10 betritt ein Performance-Controller die DJ-Bühne, der mit seinen motorisierten, riemengetriebenen 10-Zoll-Jogwheels, gutem Workflow, einem schönen Design und einer umfangreichen Kreativabteilung punkten kann. Dank nativer Unterstützung von Serato DJ Pro und DJUCED Pro sind zudem gleich zwei DJ-Programme im Wert von rund 400 kompatibel, die umfangreiche Library-Features, Effekt-Arsenale, Performance Modi, Stem-Mixing, VJing, Streaming-Music und mehr mitbringen. Eine Serial für Pitch´n´Time DJ befindet sich ebenfalls im Lieferumfang.

Hercules DJC-T10 verfügt über professionelle Anschlüsse, legt solide Audioeigenschaften und eine ordentliche Performance mit Serato und DJUCED auf meinem Test-Mac an den Tag. Das Gerät rückt primär scratch-affine DJs in seinen Fokus oder diejenigen, die Motor-Platter einem Jogwheel vorziehen. Denn zum jetzigen Zeitpunkt hat kein anderer Dual-USB DJ-Controller so große Teller zu bieten. Die Einstellmöglichkeiten des InduX-Crossfaders sprechen für sich und mit den Plattentellern, Suzuki-Slipmates und Echtvinyl kommt gutes Turntable-Feeling auf.

Auch die Kreativabteilung kann sich sehen lassen. Performance Pads, Loop-Sektion, Beat- und Channel-FX sowie separate Tasten für Stems und das neue, innovative Stem-Slip-Feature (Serato only) erzeugen Mix-Effekte, kreative Übergänge und Live-Mashups im Handumdrehen. Moderieren und ein externes Gerät anschließen geht dank Aux-In und Mikrofonanschluss ebenfalls.

Zwar lässt der Controller Phono-Inputs oder Stand-alone-Mixer und Talkover vermissen. Und auch an die rocksolide Build-Quality eines Rane One MK2 kommt er nicht heran. Dafür aber wartet er mit einem geringen Transportgewicht und Besonderheiten für Turntable-affine und Mix-DJs auf. Ob man das riemengetriebene Konzept einem Direktantrieb bevorzugt, ist wohl auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Ein willkommenes Feature verbirgt sich auch im zweiten USB-C-Port, den ihr sowohl für eine Back-to-back-Performance mit einem DJ-Kollegen als auch für Streaming oder Mix-Recording benutzen könnt. Schöne Sache. 

Scratcher und DJs, die Vinyl-Handling und Turntable-Optik mit 10-Zoll-Tellern sowie ein Battle-taugliches Design bevorzugen, solide Performance und Soundqualität schätzen und Wert auf einen Crossfader mit guten Einstellmöglichkeiten legen, zudem auf eine stattliche Kreativabteilung nicht verzichten wollen und ein geringes Transportgewicht begrüßen, dürften sich beim Hercules DJControl T10 gut aufgehoben fühlen.

Hercules DJControl T10 Features

  • All-in-One DJ Performance-Controller mit zwei riemengetriebenen 10″ Vinylplatten
  • Bedienelemente pro Deck: Gain, 3-Band EQ, Filter, USB Wahlschalter, Play, Cue, Sync, Shift
  • Tempo-Fader (Range, Pitch Bend +/-, Stems: Vocal – Instrument, Slip & Slip Release, Autoloop, Loop In/Out, 8 RGB Pads (4 Modi)
  • Lautstärkeregler
  • Bedienelemente Main: Master Volume, Booth Volume, Sampler Volume, Aux Volume, Mic
  • Bedienelemente FX: 4 FX-Kanäle (Filter, Rev, Dub Echo, Noise), FX Sampler, FX Paddle, FX Depth (6 FX, Tap, Beat), Beatmatch Guide
  • InduXfader berührungsloser Crossfader (einstellbare Kurve, Cut Off und Reversemöglichkeit)
  • Kopfhörer-Lautstärkeregler und Cue/Mix-Regler
  • ausklappbare Füße
  • Abmessungen (B x T x H): 950 x 350 x 95 mm
  • Gewicht: 7,3 kg
  • inkl. Software Serato DJ Pro (inklusive Pitch´n Time) und DJUCED Pro
  • inkl. Netzteil, USB-C Kabel, 2x 10“ Vinylplatten, 2x Dr. Suzuki Filz-Slipmats, 2x Dr. Suzuki Slipsheets
  • Master-Ausgänge: 2x XLR und 2x RCA (Cinch)
  • Kopfhörerausgang: 3,5 mm Miniklinke und 6,3 mm Klinke
  • Booth: 2x 6,3 mm Klinke
  • Mikrofoneingang: 1x XLR / Klinke Kombibuchse
  • AUX-Eingang: 1x Cinch
  • Audio Interface: 44,1kHz / 24 Bit
  • 2x USB-C für nahtlose Wechsel zwischen 2 DJs
  • UVP: 1.299,- Euro

 Website des Herstellers Hercules

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