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Fender Chef verärgert Gitarren Community mit KI Aussage

Fender CEO Edward „Bud“ Cole hat mit einem Vergleich zwischen Covermusik und künstlicher Intelligenz eine Debatte ausgelöst. Seine Aussagen stammen aus einem Interview zum 75. Jubiläum der Telecaster und stoßen bei bekannten Stimmen der Gitarren Community auf deutlichen Widerspruch.

irish10567 from Little Falls, NJ, USA, CC BY 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by/2.0, via Wikimedia Commons

Vom Telecaster Jubiläum zur KI Debatte

Die umstrittenen Aussagen machte Cole in einem Interview mit dem britischen Technikmagazin T3, das im Mai 2026 anlässlich des 75. Geburtstags der Fender Telecaster erschien. In dem Gespräch ging es nicht nur um die Geschichte des Instruments, sondern auch um die Zukunft des Gitarrenspiels und den Einfluss neuer Technologien. Um seine Offenheit gegenüber künstlicher Intelligenz zu erklären, erinnerte Cole an die Einführung der Telecaster. Auch das heute ikonische Modell sei anfangs keineswegs von allen Musikern begeistert aufgenommen worden.

Als die Telecaster auf den Markt kam, polarisierte sie“, sagte Cole. „Es gab Menschen, die sie liebten und sich anpassten. Andere fanden, sie sehe wie ein Seil aus einem Ruderboot oder wie ein Brett aus.

Für Cole zeigt dieses Beispiel, dass Neuerungen in der Musikwelt häufig zunächst auf Ablehnung stoßen. Ähnlich solle die Branche seiner Ansicht nach mit künstlicher Intelligenz umgehen. Statt die Technologie grundsätzlich abzulehnen, müsse geprüft werden, wie sie Musiker beim Lernen und kreativen Arbeiten unterstützen könne. Im selben Zusammenhang zog Cole den Vergleich, der nun für Kritik sorgt. „Ich denke, KI existiert in der Musik, seit es aufgezeichnete Musik gibt“, erklärte der Fender Chef. „Ich glaube tatsächlich, dass Covermusik schon seit Langem eine Art analoge KI ist.“

Hinter der Aussage steht offenbar die Idee, dass viele Musiker ihre Entwicklung mit bereits vorhandenen Songs beginnen. Sie lernen Stücke ihrer Vorbilder, beschäftigen sich mit deren Sounds und Spieltechniken und entwickeln daraus später einen eigenen Stil. Cole sieht künstliche Intelligenz als mögliches Sprungbrett für diesen Prozess. Die Technologie könne Menschen dabei helfen, erste Riffs oder Melodien weiterzuentwickeln, andere Musiker zu finden und aus einer Idee einen vollständigen Song zu machen. Nach seiner Vorstellung steht KI kurz davor, Menschen dabei zu helfen, „über die immer gleichen Coversongs hinauszugehen“.

Dabei spricht sich Cole nicht für einen unkritischen Einsatz der Technologie aus. „Ich denke, wir müssen vorsichtig sein. Aber wir sollten uns ansehen, wie uns diese Technologie helfen kann“, sagte er. KI könne eine völlig neue Generation von Gitarristen hervorbringen, die sie nutze, um andere Musiker zu finden, produktiver zu arbeiten und sich beim Songwriting weiterzuentwickeln. Seine Hoffnung sei, dass Musiker mithilfe solcher Werkzeuge den Schritt vom Anfänger bis hin zum erfahrenen Songwriter schaffen könnten. Coles Wortwahl über Covermusik hat diese Botschaft jedoch deutlich überschattet.

Gitarren Community verteidigt Coverbands

Nachdem Coles Aussagen erneut in der Online Gitarrenszene aufgegriffen worden waren, äußerten sich mehrere bekannte Musiker und Content Creator kritisch. Dazu gehören Gitarren YouTuber Rhett Shull, JHS Pedals Gründer Josh Scott und Steve Onotera, der unter dem Namen Samurai Guitarist bekannt ist. Die Kritik richtet sich weniger gegen Coles grundsätzliche Offenheit gegenüber künstlicher Intelligenz als gegen die Gleichsetzung mit Covermusik. Viele Musiker halten die Bezeichnung „analoge KI“ für zu vereinfachend und sehen darin eine Abwertung der Arbeit von Coverbands.

Eine Coverband kopiert schließlich nicht nur eine vorhandene Aufnahme. Die beteiligten Musiker müssen Songs lernen, Arrangements an die eigene Besetzung anpassen und gemeinsam einen funktionierenden Klang entwickeln. Auf der Bühne reagieren sie aufeinander, auf das Publikum und auf die jeweilige Situation. Selbst eine möglichst originalgetreue Version bleibt deshalb eine menschliche Interpretation. Für viele Gitarristen sind Coverbands außerdem der Einstieg ins aktive Musikleben. Bei Proben und Konzerten lernen sie Timing, Bühnenpräsenz, musikalische Kommunikation und den zuverlässigen Umgang mit anderen Musikern. Auch spontane Entscheidungen, technische Probleme und Fehler gehören zu diesen Erfahrungen. Darin sehen die Kritiker einen entscheidenden Unterschied zur generativen KI. Während ein KI System vorhandene Daten verarbeitet, bringen Musiker persönliche Erfahrungen, individuelle Entscheidungen und direkte soziale Interaktion in eine Coverversion ein.

Die Debatte zeigt, wie sensibel das Thema künstliche Intelligenz in der Musikbranche weiterhin ist. Digitale Werkzeuge können Musiker bereits heute beim Lernen, beim Erstellen von Sounds oder beim Songwriting unterstützen. Der Vergleich menschlicher Kreativität mit automatisierten Prozessen stößt jedoch weiterhin auf Widerstand. Bud Cole wollte mit seinen Aussagen offenbar für einen offenen, aber vorsichtigen Umgang mit neuen Technologien werben. Für viele Gitarristen bleibt Covermusik allerdings keine „analoge KI“, sondern ein wichtiger Teil ihrer musikalischen Ausbildung und häufig der erste Schritt zu einer eigenen künstlerischen Identität.

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