The Darkness sind exakt so, wie man sich eine britische Band vorstellt: Sie nehmen zwar ihre Musik ernst, sich selbst aber ganz und gar nicht, und immer wieder scheint in ihren Videos oder Konzerten der trockene Humor der Inselbewohner durch. Drei Jahre nach der Gründung von The Darkness erschien im Jahr 2003 das Debütalbum „Permission To Land“ mit dem Hit „I Believe In A Thing Called Love“, welcher die Band gleich auf Platz 2 der UK Charts katapultierte. Der Lohn waren Auszeichnungen als „Best British Band“, „Best britische Rock Band“ und „Best Album“ bei den „BRIT Awards“ des Jahres 2004. Heute werfen wir einen Blick auf die melodisch und rhythmisch interessante Bassline von Basser Frankie Poullain zu „I Believe In A Thing Called Love“.

„I Believe In A Thing Called Love“ – Video
Hier wie immer das originale Video zum Einstieg – Glamour-Rock mit Augenzwinkern at it’s best:
Wie wird die Basslinie von „I Believe In A Thing Called Love“ rhythmisch gestaltet?
Der Song ist eine Lektion in Sachen Dynamik und Arrangement. In Vers Nummer 1 spielen Gitarre und Bass sämtliche Akzente zusammen. In den ersten beiden von vier Takten liegt der Schwerpunkt auf der Zählzeit 1, die jeweils mit drei Achtelnoten vorbereitet wird. Dazwischen gibt es jedoch jedes Mal eine Menge Luft.
In den zweiten vier Takten gesellt sich noch die Zählzeit 3 als Schwerpunkt hinzu und die Sache verdichtet sich. Den Pre-Chorus gestaltet Bassist Frankie Poullain mit durchgehenden Achtelnoten, zusätzlich ist die Zählzeit 3 des ersten Taktes um eine Achtel antizipiert.
Dieser Trend setzt sich auch im Chorus fort, wo sowohl jede 3 und jede zweite 1 vorgezogen werden. Dies sorgt für eine ordentliche Portion Drive und schaltet im Chorus noch einen Gang höher. Den darauffolgenden zweiten Vers begleitet Frankie mit durchgehenden Achteln, um abermals für mehr Dynamik und Abwechslung im Arrangement zu sorgen. Klasse!
Welches Tonmaterial umfasst die Basslinie von „I Believe In A Thing Called Love“?
„I Believe In A Thing Called Love“ befindet sich in der Tonart E-Dur und bleibt bis auf einen einzigen Akkord auch da. Auch Frankie Poullain setzt auf die Töne E, F#, G#, A, B, C# und D#, aus welchen E-Dur besteht. Das melodische Riff des Chorus ist sogar eine klassische Tonleiter-Sequenz und wird von Gitarre und Bass unisono gespielt.
Ansonsten hält sich Frankie hauptsächlich an die Grundtöne der jeweiligen Akkorde, hin und wieder gesellt sich zudem eine Oktave dazu. Dieser simple Ansatz im Vers schafft einen schönen Kontrast zum fließenden und melodischen Chorus.

Wie kommt der drückende Basssound auf „I Believe In A Thing Called Love“ zustande?
Ich habe Frankie Poullain noch nie mit einem anderen Bass als einen Gibson Thunderbird gesehen. Es scheint fast so, als wäre er damit auf die Welt gekommen. Tatsächlich passt diese Kombination wie die Faust aufs Auge, denn Frankie trägt den Donnervogel stilecht vor den Knien und sieht damit aus wie der geborene Rockstar.
Ich gehe daher stark davon aus, dass dieses Instrument auch bei den Aufnahmen von „I Believe In A Thing Called Love“ zum Einsatz kam. Auch alle anderen Parameter sind eindeutig „rockig“ ausgelegt: Kompression und Saturation deuten auf einen Verstärker mitsamt mikrofonierter Box hin. Ich habe jedoch das Gefühl, dass darüber hinaus auch noch ein Anteil eines cleanen D.I.-Signals mit im Spiel ist. Das dominierende Element ist und bleibt aber zweifelsfrei der Gbson Thunderbird mit seinen zwei Humbucker-Pickups und dem berühmten mächtig-drückenden Sound!
„I Believe In A Thing Called Love“ – Transkription
Ich habe euch mit Vers, Chorus und Bridge die wichtigsten Teile des Songs aufgenommen.
Viel Spaß und bis zum nächsten Mal, euer Thomas Meinlschmidt

