Der Song „Rock Me Amadeus“ war die erste Single aus Falcos dritten Album und erschien Anfang des Jahres 1985 – zunächst sogar nur im deutschsprachigen Raum. Der überwältigende Erfolg war 1986 die Motivation, auch den internationalen Release zu wagen – und der Rest ist Geschichte, wie man so schön sagt! Mit einer Mischung aus Rap und Gesang in den USA den bis zum heutigen Tag einzigen deutschsprachigen Nummer-1-Hit der Billboard Charts zu landen, ist eine überragende Leistung des Genies Johann Hölzel alias Falco. Das „österreichische Nationalheiligtum“ hat bis heute nichts von seiner Strahlkraft eingebüßt – „Rock Me Amadeus“ wurde zum Kult und ist ein fester Bestandteil der Setlist nahezu jeder Cover-Band. Dort stellt uns der Song tatsächlich vor einige Herausforderungen, denn im Original ist kein E-, sondern ein Synth-Bass zu hören. Dessen Sound und Präzision nachzuahmen, ist nicht einfach – und somit die wesentliche Herausforderung des heutigen Workshops.

„Rock Me Amadeus“ – Video
Hier sehen und hören wir noch einmal das österreichische Genie Falco noch einmal bei der Arbeit:
Wie ist „Rock Me Amadeus“ rhythmisch aufgebaut?
Der komplette Song besteht im Wesentlichen aus einem viertaktigen Loop, welcher ständig wiederholt wird. Für den Rest ist der Meister selbst zuständig: Bei dem moderaten Tempo von 88 bpm treffen wir auf eine bunte Auswahl an Sechzehntelfiguren. Der eintaktige Basisgroove markiert die ersten drei Pulsschläge, während die vierte Zählzeit wird um ein Sechzehntel antizipiert (vorgezogen) wird.
Dieses Muster wird mit leichten Variationen ständig wiederholt. Die einzige Ausnahme bildet Takt 4 des Loops, in dem viel Luft gelassen wird. Hat man einmal die Rhythmik im Ohr und unter den Fingern, geht es wie gesagt primär um eine maschinenartige Präzision.
Aus welchem Tonmaterial besteht „Rock Me Amadeus“?
Die Sache mit dem viertaktigen Loop trifft natürlich ebenfalls auf das harmonische Geschehen zu. Die entsprechenden Akkorde lauten A-Moll, Fmaj7, D9 und G-Dur. Wir befinden uns also eindeutig in der Tonart A-Moll mit ihren Tönen A, B, C, D, E, F und G.
Aber Moment, der D9-Akkord hat doch ein F# und kein F als Terz, oder? Richtig, aber dieses Phänomen nennt sich „Leihakkord“. Hier wird sich aus der gleichnamigen Durtonleiter, also A-Dur, ein Stufenakkord ausgeliehen, in diesem Fall die vierte Stufe D-Dur.
Mehr gibt es dann im Grunde auch nicht zu berichten, da sich wie gesagt alles nach vier Takten wiederholt. Die Bassline wechselt im ersten und zweiten Takt zwischen Grundton und Septime hin und her; im dritten Takt beschränkt sie sich lediglich auf den Grundton. Diese kleine Variation sorgt im viertaktigen Loop bereits für genügend Abwechslung. Im Outro wird dann noch alles um einen Ganzton nach B-Moll transponiert.

Welcher Basssound kommt auf „Rock Me Amadeus“ zum Einsatz?
Das erste, was wir Bassleute aus Fleisch und Blut tun müssen, ist, uns vom originalen Sound zu verabschieden – außer jemand nennt ein digitales Multi-Effektgerät mit entsprechenden Synthbass-Sounds zur Hand. Mit herkömmlichen Effektpedalen können wir nur in die Nähe des Originals kommen, was für unsere Zwecke aber ausreichen sollte.
Für einen Synthie-Basssound gibt es ein bewährtes Grundrezept: Octaver, Fuzz (bzw. Overdrive), Envelope Filter und/oder Modulation wie Chorus oder Phaser. Meistens empfiehlt es sich dabei, nur das oktavierte Signal zu verwenden, um den synthetischen Charakter zu unterstreichen.
„Rock Me Amadeus“ – Transkription
Ich habe euch ein paar Variationen des Loops aufgenommen.
Viel Spaß mit diesem Superhit und bis zum nächsten Mal, euer Thomas Meinlschmidt


























