Cliff Burton hatte just mit seiner Band Metallica ein neues Metal-Genre definiert. Die Band hatte drei wegweisende Alben veröffentlicht und schwamm auf einer Welle des Erfolges, als der Bassist durch einen tragischen und leider vermeidbaren Unfall mit gerade einmal 24 Jahren am 27. September 1986 jäh aus dem Leben gerissen wurde. Dieser viel zu kurzen Schaffenszeit zum Trotz hat Cliff Burton bis heute immensen Einfluss auf alle Bassisten vor allem der härteren Genres inne. Burtons Personalstil war ungewöhnlich, erfrischend, innovativ – und sollte den Begriff „Metal-Bass“ neu definieren. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf das leider viel zu kurze Leben und musikalische Schaffen des US-Amerikaners.

(Bilder: Robert Hoetink / Alamy Stock Photo & Schager / Shutterstock)
Wie kam Cliff Burton zum Bass?
Clifford “Cliff” Lee Burton wurde am 10. Februar 1962 in Castro Valley im sonnigen Kalifornien als jüngstes von drei Geschwistern geboren. Seine Elternhaus war sehr liberal und stark von der Hippie-Bewegung geprägt. Musik spielte hier eine enorm wichtige und große Rolle, und so ist es kaum verwunderlich, dass auch Cliff schon früh mit seiner späteren Leidenschaft in Kontakt kam.
Nachdem er die Highschool abgeschlossen hatte, besuchte Cliff das College und belegte dort verschiedene Kurse in Musik. Darüber hinaus begann er mit dem Klavierspielen und befasste sich intensiv mit klassischer Musik.
Im Alter von 14 Jahren entdeckte er den Bass für sich und eiferte Vorbildern wie Geezer Butler (Black Sabbath), Geddy Lee (Rush) und Phil Lynott (Thin Lizzy) nach. Kurz darauf spielte er bereits mit seiner ersten Band Cover-Versionen von Rockklassikern. 1982 schloss er sich der vielversprechenden Metal-Band Trauma an.
Wie kam Cliff Burton zu Metallica?
Etwa zur gleichen Zeit – im Jahr 1981 – suchte der Schlagzeuger Lars Ulrich mithilfe einer Zeitungsanzeige Mitglieder für eine Metal-Band. Es meldeten sich der Gitarrist James Hetfield und der Bassist Ron McGovney. Nach einer ersten Probe trennen sich die Wege der drei vorläufig wieder, doch als man die Chance bekam, auf einem Metal-Sampler einen Song zur veröffentlichen, raufte sich das Trio wieder zusammen.
Was fehlte, war ein Leadguitarist, der erst mit Lloyd Grant und anschließend mit Dave Mustaine gefunden wurde. Mittlerweile hatte man sich den Bandnamen Metallica gegeben. Es folgten erste Auftritte auf Festivals sowie Demo-Aufnahmen. Bassist Ron McGovney verließ allerdings die Band im Herbst 1982 – Metallica brauchte also dringend Ersatz!

Als Besucher eines Konzerts der Band Trauma sahen und hörten Lars und James dann zum ersten mal Cliff Burton am Bass. Vor allem sein energetisches und melodisches Spiel sowie seine technischen Fähigkeiten am Instrument beeindruckten die verbliebenen Metallica-Mitglieder sofort.
Aber auch Cliffs extrovertierte Bühnenshow inklusive des exzessiven Headbangings begeisterte Ulrich und Hetfield. Kurzerhand fragten sie Cliff, ob er nicht der neue Metallica-Bassist werden wollte. Cliff sah seine Chance und schlug gleichzeitig vor, den Stützpunkt der Band von Los Angeles nach San Francisco zu verlegen, wo die Band am 5. März 1983 ihren ersten gemeinsamen Auftritt spielen sollte.
Nachdem es immer häufiger Schwierigkeiten mit Gitarrist Dave Mustaine gab, entschloss man sich schließlich, diesen durch Kirk Hammett zu ersetzen – die legendäre Metallica-Besetzung war somit geboren.
Auf welchen Metallica-Alben spielte Cliff Burton den Bass?
Sofort nahmen das Quartett das erste Album in Angriff, welches auf einen Vorschlag von Cliff „Kill ‘Em All” heißen sollte und im Juli 1983 das Licht der Welt erblickte. In den USA fiel die Resonanz darauf zwar eher gering aus, allerdings wurde man in England auf Metallica aufmerksam und bemerkte, dass hier durchaus etwas Neues im Begriff war, sich zu entwickeln.
Cliff Burton setzte auf „Kill ´Em All“ mit seinem Basssolo „(Anesthesia) Pulling Teeth“ bereits eine deutliche Duftmarke in der noch jungen Welt des Metal-Basses. Allein die Tatsache, dass es überhaupt ein nahezu pures Basssolo auf einem Metal-Album gab, war und ist bis heute eine Besonderheit, die deutlich macht, welchen Stellenwert Cliff innerhalb der Band innehatte.

Ein Jahr später folgte das zweite Album „Ride The Lightning“, auf dem sich eine deutliche Entwicklung von Metallica abzeichnete. Songs wie „For Whom The Bells Toll“ (inklusive Cliffs legendärem Intro), „Creeping Death“ oder „Fight Fite With Fire“ gelten heutzutage als absolute Klassiker des damals neuen Genres „Thrash Metal“. Mit dem Album im Gepäck begab man sich auf die erste Tour als Headliner durch Europa, und das Major Label „Elektra“ wurde auf den Vierer aus Kalifornien und dessen Potenzial aufmerksam.
Mit der Power von „Elektra“ im Rücken wurde „Ride The Lightning“ abermals in den USA veröffentlicht. Zudem hatte die Band nun mit der Agentur „Q-Prime“ ein professionelles Management im Rücken. Tourneen durch die USA und ein erster Auftritt beim legendären „Monsters Of Rock“-Festival waren die Folge.
Im September 1985 wurde das dritte Album „Master Of Puppets“ in Angriff genommen. Mit einem Vorschuss von „Elektra“ konnte die Band nun deutlich entspannter arbeiten. „Master Of Puppets“ erschien im März 1986 und zementierte Metallicas Status als neue Metal-Könige um so mehr – der verdiente Platz 29 in den US-Charts und eine „Goldene Schallplatte“ waren bis dahin für ein Metal-Album kaum vorstellbar.
Beflügelt vom Erfolg von „Master Of Puppets“, gingen Metallica zusammen mit Ozzy Osbourne auf Tournee durch Nordamerika. Anschließend folgte – zusammen mit der Band Anthrax – eine Europa-Tournee.
Wie starb Cliff Burton?
Nachdem Anthrax und Metallica am 26. September 1986 ein Konzert in Stockholm gespielt hatten, machten sich beide Bands in ihrem Tourbus auf den Weg nach Kopenhagen.
Früh am Morgen des 27. Septembers verlor der Busfahrer aus bis heute nicht restlos geklärten Umständen die Kontrolle über das Fahrzeug. Der Bus kippte auf die Seite. Der Fahrer behauptete, er sei unerwartet über Glatteis gefahren, während andere Stimmen sagen, er habe unter dem Einfluss von Alkohol beziehungsweise Drogen gestanden und/oder sei am Steuer eingeschlafen.
Während die restlichen Insassen zum Glück nur leichte Verletzungen erlitten, wurde Cliff Burton bei dem Crash aus dem Fenster geschleudert und sein Oberkörper unter dem Bus begraben. Dabei wurde seine Lunge zerquetscht, sodass er noch an der Unfallstelle verstarb.

Auf Initiative von leidenschaftlichen Fans und Spenden aus aller Welt wurde an der Unfallstelle im Jahr 2006 ein Gedenkstein aufgestellt, welcher sich schnell zur Pilgerstätte entwickelte. Diese Leidenschaft und auch die Anzahl der Besucher überzeugten letztlich auch offizielle Stellen, Cliff Burton ein würdiges Denkmal zu setzen. So entstand unweit der Unfallstelle im schwedischen Dörarp mithilfe von Spenden und Geldern der Regierung und viel Leidenschaft und Enthusiasmus das „Cliff Burton Museum“.
Was machte den Personalstil von Cliff Burton aus?
Der sicherlich wichtigste Aspekt von Cliff Burtons Stil ist, dass er nicht nur Bassist war, sondern ganz allgemein ein hervorragender Musiker und Songwriter. Seine klassische Ausbildung am Piano beeinflusste sein Bassspiel dabei fraglos maßgeblich. Selbst seine Bandkollegen beschrieben ihn als den talentiertesten Musiker der Band.
Cliff verfügte über eine ausgezeichnete Spieltechnik und schlug die Saiten ausschließlich mit den Fingern an. Zudem streute er immer wieder Tapping-Passagen und Flageoletts ein. Aufgrund seines musikalischen Backgrounds beherrschte er Tonmaterial wie Skalen und Akkorde, was ihn bei seinem melodischen und teilweise virtuosen Ansatz entsprechend unterstützte.
Da es sich bei der Musik Metallicas um „Thrash Metal“ handelt, war Cliffs Spiel natürlich auch von zahlreichen Unisono-Riffs mit den Gitarren geprägt. Aber auch durch den Einsatz eines Wahwah-Pedals und diverser Verzerrer fand er eine neue Stimme in diesem Genre.

(Bild: Robert Hoetink / Alamy Stock Photo)
Welches Equipment nutzte Cliff Burton?
Neben dem hier aufgezählten benutzte Cliff Burton natürlich noch weiteres Equipment. Die folgende Liste deckt aber zumindest die wichtigsten Punkte ab.
Bässe:
- modifizierter Rickenbacker 4001
- Alembic Spoiler (gestohlen)
- Aria Pro II
Verstärker:
- Mesa/Boogie Bass 400 Head
- Mesa/Boogie D-Amp 180
- Sunn Colliseum Lead Head
- Ampeg SVT-1540HE Classis Series Enclosure
- Mesa/Boogie 4×12“
Effektgeräte:
- Morley Power Wah
- Electro-Harmonix Big Muff
Ruhe in Frieden, Cliff Burton – und danke für deine immerwährende Inspiration für Bassleute auf der ganzen Welt!
Thomas Meinlschmidt

(Bild: Robert Hoetink / Alamy Stock Photo)






