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Catherine Ringer: Die Stimme von Les Rita Mitsouko ist verstorben

Catherine Ringer, bekannt als Sängerin von Les Rita Mitsouko, ist verstorben. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Frédéric Chichin prägte sie die Band mit ihrem einzigartigen Sound.

Chaterine Ringer (Bildquelle: Bandcamp von Chaterine Ringer)
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Ruhe in Frieden Catherine Ringer (1957 – 2026)

Die französische Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin Catherine Ringer ist am 14.09.2026 verstorben. Sie wurde 68 Jahre alt. International wurde sie mit der Band Les Rita Mitsouko bekannt, die sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Frédéric Chichin von 1980 bis zu seinem Tod 2007 betrieb.

Les Rita Mitsouko inszenierten sich in der Öffentlichkeit anarchistisch, verrückt, humorvoll, bunt, wild und frei und unterstrichen damit den Charakter ihrer Musik. Catherine Ringer war in Frankreich deutlich bekannter als in Deutschland. Die musikalische Bandbreite, Tiefe und Ausdrucksstärke von Les Rita Mitsouko haben jedoch einen internationalen Nachhall hinterlassen. Ihre Musik besaß Ecken und Kanten, konnte gleichzeitig aber melodisch und groovig sein und schuf damit eine ungewöhnliche Balance zwischen Pop und experimenteller Musik.

Chaterine Ringer Screenshot aus dem Video Senior (Bildquelle: Youtube Kanal von Chaterine Ringer)
Chaterine Ringer Screenshot aus dem Video Senior (Bildquelle: Youtube Kanal von Chaterine Ringer)

Dabei waren sich Les Rita Mitsouko auch nie zu schade, mit moderner Technologie zu experimentieren und neue Entwicklungen aufzugreifen. Trotzdem verloren sie dabei nie ihre eigene Identität. Gerade diese Verbindung aus Experimentierfreude, musikalischer Offenheit, starken Melodien und einer unverwechselbaren Inszenierung machte die Musik von Catherine Ringer und Frédéric Chichin so eigenständig.

Doch solch ein Erfolg kommt nicht von heute auf morgen zustande. Welchen Weg ist Catherine Ringer im Laufe ihrer Karriere gegangen?

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Die frühen Jahre von Catherine Ringer

Catherine Ringer stammte aus einem künstlerischen Haushalt, denn ihr Vater war Maler und ihre Mutter Architektin. Sie interessierte sich schon früh für Musik und spielte Flöte. Mit 15 Jahren beschloss sie, Schauspielerin, Tänzerin und Sängerin zu werden.

Am Théâtre de Recherche Musical unter der Leitung von Michael Lonsdale feierte Catherine Ringer erste Erfolge und wurde Schülerin der Tänzerin und Choreografin Marcia Moretto, mit der sie in den 70er-Jahren mehrere Stücke inszenierte. Sie spielte auch in Stücken von Bertolt Brecht und Iannis Xenakis.

Catherine Ringer lernte Frédéric Chichin im Frühjahr 1979 kennen. Chichin war damals Gitarrist in einem Theater- und Musikprojekt namens Flash Rouge, während Ringer dort eine Rolle als Schauspielerin hatte. Sie wurden ein Paar und blieben dies bis zum Tod von Frédéric Chichin 2007.

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Catherine Ringer & Les Rita Mitsouko

Die Arbeitsteilung zwischen Ringer und Chichin war klar aufgeteilt. Chichin war für die Musik verantwortlich und Ringer steuerte die Texte bei. Catherine Ringer sang im Laufe ihrer Karriere hauptsächlich auf Französisch. Ihre Texte waren von den abstrakten Texten der Beatles, wie z. B. „Lucy in the Sky with Diamonds“, „I Am the Walrus“ oder „Eleanor Rigby“, beeinflusst und waren deshalb für das französischsprachige Publikum nicht immer einfach zu verstehen. Sie setzte sich aber auch mit den traumatischen KZ-Erfahrungen ihrer Familie auseinander und schlug auch kritische Töne an. Auf den Aufnahmen spielte sie außerdem Synthesizer, Bass und Trompete und andere Instrumente.

Chaterine Ringer chante Les Rita Mitsouko (Bildquelle: Instagram von Les Rita Mitsouko)
Chaterine Ringer chante Les Rita Mitsouko (Bildquelle: Instagram von Les Rita Mitsouko)

Die Musik von Les Rita Mitsouko verband Jazz und lateinamerikanische Einflüsse mit Elementen aus afrikanischer und indischer Musik. Im Laufe ihrer Karriere scheuten sie sich nicht, Experimente einzugehen. Dem Zeitgeist entsprechend finden sich in ihrer Musik auch Elemente von Punk, Post-Punk, New Wave, Elektro und elektronischer Musik.

Neben den schrägen Arrangements und dem spannenden Sounddesign fällt sofort Catherine Ringers tiefe und kraftvolle Stimme auf. Doch damit war ihr Potenzial nicht ausgeschöpft, denn sie war sehr wandlungsfähig, was sie vor allem in anderen Projekten und bei ihrer Arbeit für Filme zeigen konnte.

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Les Rita Mitsouko Karriere

Les Rita Mitsouko arbeiteten sich in Paris von ganz unten in die internationalen Charts. Nach ihrem Zusammentreffen bauten sie ein Studio in einer Pariser Wohnung auf und nahmen jeden Geglegenheit war live zu spielen.

1981 nahmen sie ihre erste EP für Virgin Records auf, die gnadenlos floppte. Die Plattenfirma glaubte aber an das Duo. 1984 produzierte die deutsche Produzenten-Legende Conny Plank das Debütalbum „Les Rita Mitsouko“, auf dem sich unter anderem der Hit „Marcia Baïla“ befindet. Die folgenden beiden Alben wurden von Tony Visconti produziert, der vor allem durch seine Zusammenarbeit mit David Bowie bekannt ist. Zu den erfolgreichen Stücken dieser Phase gehören „Andy“ und „C’est comme ça“, die es in die US-Charts schafften.

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In den USA lernten Les Rita Mitsouko die Sparks kennen und arbeiteten mit ihnen zusammen. 1993 folgte außerdem eine Zusammenarbeit mit Iggy Pop auf dem Album „System D“. Es folgten Kooperationen mit Youth von Killing Joke. Immer wieder steuerten Catherine Ringer und Frédéric Chichin auch Musik zu Filmen bei.

Auch bei der Inszenierung gingen Les Rita Mitsouko von Anfang an eigene Wege. Musikvideos, Bühnenauftritte und Mode spielten eine wichtige Rolle. In der Zeit des Post-Punk ließen sie ihre Videos unter anderem mit Mode von Jean Paul Gaultier und Thierry Mugler ausstatten. Für ihre Musikvideos arbeiteten sie mit Jean-Baptiste Mondino zusammen, der insbesondere durch seine Arbeiten mit Madonna und Prince bekannt wurde. Sie erschufen so einen auffälligen und einzigartigen Look, der sich perfekt mit dem eigenwilligen Charakter ihrer Musik verband.

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Catherine Ringer – Der Versuch einer Skandalisierung

Wenn man Erfolg hat, beginnt die Presse, sich für das Vorleben der Stars zu interessieren. Journalisten entdeckten, dass Catherine Ringer in Pornofilmen mitgespielt hatte und versuchten daraus einen Skansal zu inszenieren. Der Karriere von Les Rita Mitsouko hat es nicht geschadet.

Ringer selbst stand ihrer Vergangenheit zeitlebens ambivalent gegenüber. Einerseits beschrieb sie die Arbeit an den Filmen als gewalthaltige Erfahrung und empfand sie keineswegs nur positiv. Andererseits erklärte sie später auch, dass sie damals experimentieren wollte und deshalb in diesen Filmen aufgetreten sei. Wie andere Schauspielerinnen und Schauspieler musste Ringer nach ihrem Erfolg erleben, dass die Filme erneut veröffentlicht und unter dem Namen Rita Mitsouko vermarktet wurden. Dagegen ging sie auch juristisch vor, scheiterte damit jedoch.

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Nach Les Rita Mitsouko

Nach dem Tod von Frédéric Chichin im Jahr 2007 beendete Catherine Ringer ihre Arbeit zunächst für einige Jahre. Später setzte sie ihre musikalische Karriere als Solo-Interpretin fort und veröffentlichte unter anderem die Alben „Ring ‘n’ Roll“ und „Chroniques et Fantaisies“. Gleichzeitig trat sie immer wieder live auf und spielte in Filmen mit.

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Mit Catherine Ringer verliert Frankreich und die Welt der Musik und Kunst eine wirklich wichtige Persönlichkeit, die mit ihrer Ausdruckskraft, ihrer Stimme und ihrem künstlerischen Schaffen die Welt auf besondere Weise bereichert hat. Nun ist auch das letzte Mitglied von Les Rita Mitsouko verstorben. Ich hoffe, dass Catherine Ringer und Frédéric Chichin nun wieder miteinander vereint sind. Danke für die Musik!

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Chaterine Ringer auf Youtube

Les Rita Mitsouko Online Store

Les Rita Mitsouko auf Youtube

Instagram Auftritt von Les Rita Mitsouko

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