Mit Onyx erscheint eine Preset-Sammlung von Limbic Bits für JN-80, den neuen Juno-60 Klon von Behringer. Für Zebra 3 von u-he gibt es jetzt ein Toolkit, das als Basis für eigene Sounds dienen soll. Für „Rebellious Beat Box“ wurden die Sounds alter Drum-Machines durch ein Echo von Roland geschickt und für Native Instruments Kontakt aufgearbeitet. AY-3-8912 emuliert den Soundchip von ZX Spectrum inklusive einem Tracker in Ableton Live mit Max for Live. Und das gibt’s alternativ auch als Plugin! Über all das liest du jetzt in unserer wöchentlichen Serie Sound-Boutique. Viel Spaß dabei!

Inhaltsverzeichnis
- Onyx: 40 neue Presets von Limbic Bits für Behringer JN-80
- Sonic Portraits: Ein Toolkit für u-he Zebra 3 (und ein Skin gibt’s obendrauf)
- Rebellious Beat Box: Eine „Drum-Machine“ mit Charakter für Native Instruments Kontakt
- AY-3-8912: Chiptune-Sound im Stil des ZX Spectrum in Ableton Live mit Max for Live (und auch als Plugin!)
- Weitere Infos über Behringer, u-he, Native Instruments und Ableton
- Weitere Videos über Behringer JN-80
Onyx: 40 neue Presets von Limbic Bits für Behringer JN-80
Bei Thomann ist der Behringer JN-80 laut Angaben ungefähr ab Ende November verfügbar, wenn du ihn zeitig vorbestellst. Mir kommt es ein bisschen so vor, als ob Behringer nicht ganz mit der Nachfrage hinterherkommt. Ein achtstimmiger analoger Synthesizer im Stil des Roland Juno-60 ist doch mit Sicherheit gefragt, oder?

Die Struktur des Behringer JN-80 lehnt sich stark an die Vintage-Vorlage an: Ein DCO mit Sägezahn und Rechteck inklusive Pulsweitenmodulation, dazu ein Suboszillator und ein Rauschgenerator. Für die Klangformung stehen Hoch- und Tiefpassfilter, ein analoger VCA und ADSR-Hüllkurvengenerator bereit. Goodies wie den Chorus oder einen Arpeggiator gibt’s natürlich auch.
Der LFO bietet zusätzliche Schwingungsformen und kann sogar zum Tempo synchronisiert werden – wie du siehst, beschränkt sich Thomann nicht einfach nur auf eine getreue Nachahmung des Originals.
Ob JN-80 wie ein Roland klingt, ist und wird natürlich das Thema endloser Debatten sein. Wenn ich mir die Beispiele zu dem neuen Behringer JN-80 Sound-Pack von Limbic Bits anhöre, kann ich nur sagen, dass mir der Sound gefällt:
Onyx heißt dieses Soundset für den Behringer JN-80. Enthalten sind insgesamt 40 Presets, die sich in Pads, Leads, Bässe, Arps, FX-Sounds und Dub-Chords aufteilen.
Limbic Bits berichtet, dass die Presets die erweiterten Möglichkeiten des Synthesizers nutzen, dazu zählen die genannten Eigenschaften des LFOs oder auch die Option für unterschiedliches Verhalten der Hüllkurve. Modwheel, Pitchbend, Aftertouch und Velocity unterstützen die Patches ebenfalls und versprechen so, viel Ausdruck zu bringen.
Die Beispiele in dem Video klingen ausgezeichnet und trotz der gelegentlichen „1980er-Vibes“ einfach zeitlos. Das liegt natürlich auch daran, dass die Vorlage einfach ein zeitloser Klassiker ist.
- 14 Euro kostet die Preset-Sammlung hier bei Limbic Bits. Informationen zur Installation findest du auf der Website. Behringer JN-80 kannst du hier bei Thomann vorbestellen*.
Sonic Portraits: Ein Toolkit für u-he Zebra 3 (und ein Skin gibt’s obendrauf)
Zebra 3 ist ja in diesem Jahr nach einer zehn Jahre alten Ankündigung endlich veröffentlicht worden und damit fast auf dem Niveau von GTA VI (das ja jetzt und hier immer noch nicht raus ist). Irgendwie auch erschreckend, wie schnell zehn Jahre vorbeiziehen können, oder?
Aber ich will hier nicht abschweifen und über Zeit und Videogames philosophieren, sondern stattdessen über Sonic Portraits berichten, ein neues Toolkit für Zebra 3. Es handelt sich also nicht um ein Preset-Pack, sondern stattdessen um einzelne Module, die du für das Erstellen von eigenen Sounds nutzen sollst. Alleine das zeigt schon, was für ein „Synthese-Monster“ das neue Plugin von Urs Heckmann und seinem Team darstellt.
Leider gibt’s kein Video, sondern nur ein Bild, das ein bisschen (KI-) generisch aussieht – aber ich will nicht kleinlich sein.

500 Modul-Presets und Profile stecken insgesamt in Sonic Portraits und bieten damit Ausgangsmaterial für neue Klänge, die du mit diesen Bausteinen zusammenbastelst.
Für Bässe, Leads, Percussion-Sounds und Ambient-Texturen gibt’s 125 Oszillator-Kurven-Presets. Dazu kommen 125 „Resonanzprofile“, die von Materialien wie Glas, Holz, Metall und diversen ungewöhnlichen Objekten inspiriert sind. 125 MSEG-Kurven sind für rhythmische Patterns und Modulationen gedacht. Und mit 125 Mapper-Presets wird das Thema Modulation dann zusätzlich angegangen.
Eine zum Download gehörende Anleitung erklärt, wie du die einzelnen Module/Presets für dein Sounddesign nutzt. Zusätzlich enthält Sonic Portraits auch noch ein neues Interface-Skin, das auf den Namen „Atellier“ getauft wurde. Damit verpasst du Zebra 3 gleich noch einen neuen Look. Ich selbst bin mit der Installation von Skins mittlerweile vorsichtig, weil ich mir mal mit einem Skin für Diva irgendwie lauter Bugs in den Synthesizer geholt habe.
Wie auch immer – Sonic Portraits sieht ganz interessant aus. Ob du so etwas brauchst, musst du für dich selbst entscheiden. Eine Sache ist jedenfalls klar: Zebra 3 ist ein verdammt mächtiger Synthesizer!
- 21 Euro kostet Sonic Portraits hier bei Audio Voltage. Die Lizenz für u-he Zebra 3 bekommst du auch bei Thomann*.
Rebellious Beat Box: Eine „Drum-Machine“ mit Charakter für Native Instruments Kontakt
Die Referenzen für dieses Kontakt-Instrument sind die Sounds von früherer Drum-Synthese und der manchmal etwas „unperfekten“ Technik, mit denen einige Aufnahmen der späten 1970er und frühen 1980er entstanden sind. So steht es in der Produktbeschreibung des Herstellers Sound Dust.
Werden wir mal ein bisschen konkreter: CR78, 707, 606, 909, Minipops, Optigan (von Mattel), Linn und weitere Gerätschaften wurden mit einem Roland Space Echo 501 bearbeitet.
Im Ergebnis kommen Drum-Sounds heraus, die stilistisch an frühe Alben von Rough Trade und Factory Records erinnern sollen und die Artists wie Throbbing Gristle, Joy Division, Suicide, Cabaret Voltaire, Fad Gadget oder The Human League so benutzt hätten. Aber auch Namen wie LCD Sound System, Burial, SOPHIE, Charli XCX, Slayyyter oder Kim Petras nennt der Entwickler.
50 Kits stehen direkt über das Interface dieses Kontakt-Instruments bereit, das übrigens auf den Namen „Rebellious Beat Box“ getauft wurde. Zwölf Pads stehen zum Spielen der Sounds bereit und bieten typische Parameter wie Tonhöhe, Panorama, Hoch- und Tiefpassfilter, Attack, Decay und Lautstärke.
Das ist aber noch nicht alles, denn auch Regler für „LoFi“, „Filth“, Play Delay gibt’s hier und zudem einen auf Impulsantworten basierenden Effekt mit den Parametern IR select, IR wetness und IR pre-delay. Außerdem kannst du über Choke-Gruppen festlegen, welche Sounds sich gegenseitig stummschalten.
Das „Dyno-Verb“ reagiert dynamisch auf die Spielweise. Härtere Anschläge führen zu einem höheren Reverb-Anteil. Dieser Effekt lässt sich auch umkehren, so dass er genau andersherum funktioniert. Für das Convolution-Reverb stehen 42 Impuls-Antworten zur Auswahl.
Bleiben wir bei ein paar Zahlen: 1600 Samples stecken hier drin und 64 Multisample-Artikulationen. 160 MB umfasst der Download. Schön, dass es auch „kleine“ Librarys für Kontakt gibt!
- 43 Euro kostet die Rebellious Beat Box bis zum 30. September 2026 hier bei Sound Dust. Native Instruments Kontakt 6.7 (oder neuer) ist in der Vollversion erforderlich. Den Sampler kannst du bei Thomann* kaufen – auch als Teil der neuen Komplete Bundles*.
AY-3-8912: Chiptune-Sound im Stil des ZX Spectrum in Ableton Live mit Max for Live (und auch als Plugin!)
Das Device AY-3-8912 gibt es schon seit knapp drei Monaten, tatsächlich bin ich aber erst jetzt darüber gestolpert. Wie konnte das nur passieren? AY-3-8912 bringt nämlich den Chiptune-Sound eines ZX Spectrum in Ableton Live. Wie geil ist das denn bitte?
Laut den Infos des Entwicklers von Nonchalant Development emuliert AY-3-8912 den gleichnamigen Chip des kleinen 1980er Homecomputers mit seiner Gummitastatur. Der Sound ist roh und hat natürlich seinen ganz eigenen Charme.
Sounds von Vintage-Computern und alten Videospielen kommen ja einfach nicht aus der Mode und deshalb ist es besonders schön, dass mit diesem Device auch endlich mal der ZX Spectrum etwas geehrt wird.
Hinter dem recht einfach aussehendem Interface steckt ein Workflow, der an typische Tracker (speziell Pro Tracker 3) angelehnt ist und mit 16 Sample-Slots sowie 16 sogenannten „Ornament-Slots“ ausgerüstet ist.
„Samples“ bedeutet hier aber nicht wirklich Samples, sondern vielmehr die „Architektur“ des Sounds mit Hüllkurve für Lautstärke und den Noise-Eigenschaften. Ornaments beschreiben hingegen kurze Modulationen der Tonhöhe, um die für Chiptunes typischen Arpeggio-Sounds zu erzeugen. Durch die Trennung ist eine genaue Kontrolle über den Sound möglich.
Für Pro Tracker 3 typische Kommandos wie Tone Up/Down, Tone Portamento oder Envelope Up/Down lassen sich automatisieren. Und Patterns können über ein globales Clipboard zwischen einzelnen Instanzen kopiert werden. Außerdem gibt’s einen Grid-Editor mit 64 Steps, um Lautstärke- und Noise-Hüllkurven direkt einzuzeichnen.
Auf der Website des Herstellers findest du ein PDF-Manual, um sich mit der Bedienung vertraut zu machen. Spätestens hier zeigt sich, wie viel Herzblut in diesem Device steckt. Aber auch, dass die Bedienung durchaus ein bisschen Einarbeitung erfordert.
Wer auf Chiptune-Sound steht (wer tut das nicht?) und ein Herz für „nerdy“ Max for Live Devices hat, muss sich AY-3-8912 unbedingt anschauen! Alternativ gibt’s auch eine Plugin-Version, dazu findest du hier mehr Infos! Und weil es so schön ist, hier noch ein weiteres Video:
- AY-3-8912 kostet 16 US-Dollar, weitere Infos findest du hier bei Nonchalant Development. Ableton Live 11 (oder neuer) mit Max for Live ist erforderlich. Die Erweiterung ist in der Ableton Live Suite enthalten und die bekommst du natürlich auch bei Thomann*.
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