Behringers Mini-/Micro-Serie wächst weiter. Mit dem CZ-1 Mini steht schon der nächste Neuzugang in den Startlöchern. Das Gerät orientiert sich zwar am Casio CZ-1, trotzdem wird auf den ersten Blick klar: Statt einer originalgetreuen Nachbildung erwartet die User hier eine bewusst reduzierte Interpretation. Rechnet also weniger mit einem großen CZ-1, sondern vergleicht diese Behringer-Version eher mit kompakteren Vorbildern wie dem CZ-101 oder anderen kleineren CZ-Modellen.

Die Phase-Distortion-Synthese der Casio-CZ-Serie galt in den 80ern als preisgünstige Alternative zu Yamahas aufwendiger FM-Technologie der DX-Reihe – klanglich unterscheiden sich beide Ansätze allerdings trotzdem deutlich. Der typische Casio-Sound wirkt oft etwas verspielter und kommt nicht an die hervorragenden Rhodes- oder anderen klassischen FM-Klänge heran. Gebrauchte CZ-Modelle kosten heute dennoch mehrere hundert Euro – für einen unkomplizierten Einstieg könnte der Behringer CZ-1 Mini daher eine interessante Option sein.
Im Test hatten wir schon einige Bonsai-Synths von Uli Behringer: Der Behringer Pro VS Mini und Behringer JT Mini sorgten beispielswiese für weniger Spielspaß als der Behringer Phara-O Mini nach dem Vorbild des Korg Volca Keys oder der kleinste Oberheim alias Behringer UB-Xa Mini. Wo reiht sich nun der CZ-1 Mini ein? Handelt es sich nur um ein nettes Synth-Spielzeug, oder bringt der handliche Klangerzeuger tatsächlich etwas von den Casio Synthesizern der 80er mit? Dieser Frage gehen wir im Test nach – inklusive Audio-Demos.
- Brauchbarer Phase-Distortion-Sound
- Analoges Filter und Chorus
- Kostenfreie Synthtribe-App
- Menü-Diving
- Sound mit wenig Druck
- Nur dreistimmig paraphon
- Kein SysEx-Import von CZ-1 Daten
DETAILS & PRAXIS
Ist der CZ-1 Mini ein typischer Behringer?
Auf den ersten Blick: Ja! Die Eckdaten sind den Profilen anderer Minis sehr ähnlich. Der Behringer CZ-1 Mini ist ein dreistimmiger Synthesizer, der eine solide Klangerzeugung plus Step-Sequenzer in eine sehr handlichen Box integriert. Das Panel zeigt sich freundlich hell, ist aber nicht besonders gut lesbar. Ihr bekommt über ein Dutzend an Bedienelementen, wobei sich die Klangparameter ebenso per MIDI steuern lassen.

Leider ist das Touch-Keyboard gewöhnungsbedürftig. Die 27 Tasten erlauben kein präzises Keyboardspiel. Sie ermöglichen neben der Noteneingabe auch die Anwahl unterschiedlicher Funktionen wie Pitch oder Filter. Die Stromversorgung und der Datenaustausch mit eurem Rechner laufen über ein USB-C Port. Zu den weiteren Anschlüssen des Behringer CZ-1 Mini gehören ein Sync-In/-Out, ein klassischer MIDI-IN sowie ein Kopfhörerausgang (3,5-mm-Klinke).

Welche Klangerzeugung bietet der Behringer CZ-1 Mini?
Das Herzstück des CZ-1 Mini ist eine hybride Engine. Sie emuliert die originale CZ-Tonerzeugung mit zwei Oszillatoren inklusive der acht klassischen Wellenformen wie Sägezahn, Rechteck, Dreieck plus Kombinationen. Spannend wird es im Block DCW (Digital Controller Wave). Hier findet die eigentliche Phase Distortion statt. In einfachen Worten ausgedrückt: Der Basisklang lässt sich an- und verzerren. Zur Ring- und Noise-Modulation ist der kleine Behringer auch fähig.

Anders als ein Casio ist der Behringer CZ-1 Mini hybrid aufgebaut – zur Klangformung nutzt ein analoges, resonanzfähiges 24-dB-Tiefpass-Filter mit separater ADSR-Hüllkurve. Raffiniert sind vor allem die sechs Hüllkurven mit jeweils acht Phasen – sie funktionieren für DCO, DCW und DCA. Große Modulationsmöglichkeiten gibt es hier aber nicht.
Playmodes und Sequenzer – alles Behringer-like?
Leider nein! Im Gegensatz zu anderen Minis von Behringer fehlen den Oszillatoren des CZ-1 Mini die sechs Modi – darunter Polyphon- und Unisono-Betrieb, Quint- oder Oktavstimmung sowie Ringmodulation (unisono oder polyphon). Das ist bedauerlich, denn so bleibt viel vom spielerischen Potenzial der lediglich dreistimmig paraphonen Klangerzeugung ungenutzt. Auf der Wunschliste stehen zudem einige klassische CZ-Features wie Aftertouch oder der Tone-Mix-Modus.
Beim 16-Step-Sequenzer des CZ-1 Mini müsst ihr außerdem aufs Motion-Sequencing verzichten. Die Phrasen bringen ohne Automation von Filter und Co. deutlich weniger Elan mit. Ansonsten gibt es noch einen simplen Arpeggiator.
Lässt sich der Behringer CZ-1 einfach am Panel bedienen?
Ein klares Nein! Selbst mit Lesebrille und viel Geduld machen das kleine OLED-Display und das Panel keinen Spaß. Noch schlimmer: An viele Parameter kommt ihr nur per Menü-Diving heran. Natürlich solltet ihr euch zuvor den Quick Start Guide als PDF aus dem Netz besorgen – für Einsteiger gibt es aber eindeutig bessere Synthesizer. Ich würde nie auf die Idee kommen, am Panel des CZ-1 Mini neue Sounds zu erstellen.

Ein kleiner Lichtblick bleibt: Fürs Design neuer Sounds stellt ein britischer Entwickler kostenfreie Web-Editoren zur Verfügung. Den Behringer CZ-1 Editor nutzt ihr außerdem am besten mit Google Chrome – Apple Safari scheidet aus technischen Gründen aus. Aber Hand aufs Herz – wer bearbeitet seinen Hardware-Synth schon gern mit einem Editor?

Von Behringer gibt es ebenfalls eine Freeware: Per Synthtribe-App aktualisiert ihr das Betriebssystem und stellt globale Dinge ein – bitte immer die neueste Version dieser App nutzen.
Wie gut klingt der Behringer CZ-1 Mini?
Wird der CZ-1 seinem Namen gerecht? Leider nur ansatzweise. Zuerst einmal funktioniert der Import der SysEx-Klangdaten vom originalen Casio-Gerät nicht. Somit fallen die beliebten A/B-Vergleiche zwischen Original und Klon flach.

Der Mini von Behringer überliefert den PD-Charakter zwar recht gut, dafür ist der Sound aber nicht wirklich proper: Aliasing und weitere Nebengeräusche sind deutlich zu hören und im Bass erzeugt der CZ-1 Mini viel zu wenig Druck.
Das analoge Filter erweist sich hingegen als deutlicher Vorteil gegenüber dem Vintage-Casio und klingt dabei durchaus ordentlich.
In den Audio-Demos findet ihr deshalb ein entsprechendes Klangbeispiel. Auch der Chorus kann einiges wettmachen.
Dennoch solltet ihr auf jeden Fall zusätzliche externe Effekte einplanen. Bei den Audio-Demos hört ihr den Freeware-Klassiker Valhalla DSP Supermassive.
Bei den Soundbeispielen handelt es sich um live mit einem Arturia Keystep 37 eingespielte Presets des Behringer CZ-1 Mini. Leider gibt es nicht mehr als 16 Speicherplätze für Presets und wie ihr hört, ist das Soundangebot nicht gerade innovativ – typische Standardklänge der 1980er Jahre eben.
Ist Software von Arturia & Casio die bessere Alternative ?
Wenn ihr nicht unbedingt einen Synth zum Anfassen braucht, gibt es klanglich gesehen tatsächlich viel bessere Lösungen: Casio selbst hat mit der CZApp for iPad zum Beispiel eine sehr gute Lösung im Programm.
In punkto Sounds, Mobilität und Preis ist sie attraktiver als der Behringer CZ-1 Mini. Noch ergiebiger finde ich den Arturia CZ V.
Er punktet mit bis zu 32 Stimmen, einer guten Preset Library, sinnvollen Extras und einer angenehmen Bedienung. Wer mit der Arturia V-Collection 11 Pro und dem Programming am Bildschirm zurechtkommt, ist sowieso fein raus.

FAZIT – Behringer CZ-1 Mini Test
Behringers Ausflug in die Welt der Phase Distortion hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck: Der Preis ist äußerst attraktiv, und auch klanglich weckt das Gerät mit seinem akzeptablen Sound durchaus Erinnerungen an klassische CZ-Modelle. Allerdings trüben die eingeschränkte Bedienung über das Panel sowie die lediglich dreistimmige Paraphonie den Gesamteindruck deutlich. Wer höhere Ansprüche an Spielbarkeit und Flexibilität stellt, ist mit einem gebrauchten CZ-101 oder der Software-Umsetzung Arturia CZ V besser beraten.
Unterm Strich richtet sich der kompakte Behringer vor allem an Neugierige, die den CZ-Charakter im handlichen Format ausprobieren möchten. Als ernsthafter Ersatz für einen originalen Casio-Synthesizer aus den 80er-Jahren taugt er jedoch nicht – dafür ist das Spielerlebnis zu limitiert. Im Vergleich zu anderen Mini-Geräten von Behringer finde ich dieses Modell daher weniger empfehlenswert.
Features

- Hybrider Miniatur-Synthesizer mit digitaler Tonerzeugung á la Casio CZ-1/101 und analogem 24-dB-Tiefpass-Filter
- Drei Stimmen, paraphon, acht Wellenformen, Chorus-Effekt
- Touch-Keyboard mit 27 Tasten, 16 Speicherplätze
- 16-Step-Sequenzer, Arpeggiator mit drei Pattern
- Anschlüsse: Stereo-Kopfhörerausgang, Sync In/Out, MIDI In, USB-C.
- PREIS: 89 Euro (Straßenpreis vom 13.04.2026)



























ErrJott sagt:
#1 - 04.05.2026 um 15:29 Uhr
...diesen Behringer-Ramsch braucht wirklich niemand !!! Reine Materialverschwendung. In Anbetracht der planetaren Probleme echt ne Frechheit so infantiles Zeugs überhaupt zu produzieren oder - dumm genug - dann auch noch zu kaufen... Und komm mir jetzt bitte niemand mit der alten, ausgeleierten Dumm-Phrase "freedom of choice"... Das ist so intelligent wie "freie Fahrt für freie Bürger"... Entweder Arturia CZ V oder was Gebrauchtes aus der Original CZ-Reihe. Den gab es damals sogar in einer Version mit Mini-Tastatur - trotzdem mit ausgeschlafenem Sound !!!