Flea macht gerade wieder Schlagzeilen. Nicht nur weil er Bassist der Kultband Red-Hot-Chili-Peppers ist, sondern weil er sich jetzt auch Solo auf den Weg macht. Und das mit einer Leidenschaft, die kaum ein Fan kannte: Dem Jazz. Wir klären wieso der Rocker nun plötzlich den Stil wechselt. Wie viel Jazz-Anteil steckt in den Red-Hot-Chili-Peppers?

Flea war nie „nur“ Rock-Bassist
Es wird ja sowieso oft gescherzt, dass eine Band, die noch jemanden für die tiefen Töne braucht, einfach irgendwem einen Bass in die Hand drückt und den zum spielen verdonnert. Genau das ist auch im Falle RHCP eingetreten. Nur das Michael Peter Balzary, besser bekannt unter dem Künstlernamen Flea, nicht irgendjemand war, sondern ein fähiger Trompeter mit der Liebe zum Jazz und Freunden, die ihm die Welt des Punks zeigten.
Trompete, eigene Arrangements, Jazz-Musiker im Line-up.
Flea hat eine lange Jazz-Ader: Er spielte schon früh Trompete in der Schulband und fand Inspiration in den Jazz-Jams seiner Familie. Später hat er sich noch einmal ernsthaft in Theorie/Komposition und Jazz-Trompete reingekniet. Das Ganze hat er sogar an der University of Southern California studiert.
Und seine Vorbilder sind keine Geringeren, als Miles Davis, John Coltrane, Charlie Parker, Louis Armstrong und Co.
Wie stark ist der Jazz-Einfluss bei den Red Hot Chili Peppers?
RHCP funktionieren teils wie eine Jazz-Band – nur mit Verzerrer
Jazz ist nicht nur „7/8-Takt und komplizierte Akkorde“. Jazz ist vor allem Haltung: Zuhören, reagieren, Raum lassen, Motive variieren, Energie live steuern. Genau das ist ein Kern der Chili Peppers, besonders auf der Bühne.
Denn sie Interagieren, statt zum Playback zu spielen. Die variieren Riffs und haben eine Grundoffenheit gegenüber weiteren Genres. Jazz und Klassik sind die großen Vorreiter vieler Sounds, dass RHCP viele Jazzvoicings nutzt oder der Groove daran erinnert, wäre aber sehr weit ausgeholt. Viel eher ist der Sound Funk, Punk Rock und Alternative-Rock.
Jazz ist bei Flea auch ein Bildungsthema, nicht nur ein Sound
Dass Flea Jazz (und Musik generell) ernst nimmt, zeigt auch sein Engagement für Musikunterricht: Er hat 2001 mit Freund*innen die Silverlake Conservatory of Music mitgegründet – als Reaktion auf Kürzungen an Schulen in L.A.
Heißt: Für ihn ist Musik nicht nur Karriere, sondern Handwerk + Community + Zugang.
Warum macht Flea ein Solo-Album?
Dass Flea aktuell sein Soloalbum “Honora” ankündigt, das explizit an seine Jazz-Wurzeln andockt (u. a. mit Thom Yorke als Kollaborateur), ist weniger „eine Laune“ als logische Schlussfolgerung.
Und es erinnert daran: RHCP waren immer dann am stärksten, wenn sie Genres nicht imitiert, sondern als Sprache benutzt haben – Funk als Grammatik, Rock als Lautstärke-Regler und Jazz als das, was zwischen den Noten passiert.
Bonedo-Fazit
Wenn du RHCP „nur“ als Rockband abstempelst, verpasst du die eigentliche Magie: das Zusammenspiel. Und genau da sitzt der Jazz – nicht als Stil, sondern als Methode der Band: zuhören, antworten, Risiko nehmen. Wer hier nach traditionellem Swing sucht, ist doch eher woanders besser aufgehoben.
Frage an dich: Welcher RHCP-Song fühlt sich für dich am meisten „jazzig“ an – und warum?
























