Keine Frage, die Snaredrum ist eindeutig das Herzstück des Schlagzeugs, sie definiert den Sound des Drumsets und sorgt für den Puls, nach dem sich alle richten. Aber wie steht es um die Toms, die oft noch nicht einmal separat mikrofoniert werden? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Toms sollten beim Draufhauen genauso viel Spaß machen wie die anderen Instrumente des Schlagzeugs. Ihr Klang sollte dazu inspirieren, sich interessante Grooves und Fills zu überlegen und natürlich auch zu üben. Das richtige Tuning ist dabei selbstverständlich wichtig, der Auswahl der Tom-Felle kommt allerdings eine fast ebenso große Bedeutung zu.

Anders als es bei bei den meisten Snare- und Bassdrumsounds üblich ist, klingen Toms nämlich normalerweise länger aus. Man möchte von ihnen einen „Ton“ hören, und während eine leichte Dämpfung zum Ausbügeln kleiner Stimmfehler auf der Snare kaum ins Gewicht fällt, kann das Stückchen Gaffa-Tape einem Tom schonmal einen Großteil der Fülle und Power rauben.
Wie ihr Soundprobleme eurer Toms lösen könnt und welche Felle sich für verschiedene Musikarten eignen, lest ihr auf den folgenden Zeilen.
- Tom-Felle kaufen – Das Wichtigste in Kürze
- Welche Tom-Felle klingen offen und dynamisch?
- Welche Tom-Felle liefern einen kontrollierten, rockigen Sound?
- Welche Rolle spielen Resonanzfelle bei Toms?
- Langweiliger Tomsound? Experimentiert mit Fellen!
- Wie dämpft man Toms richtig?
- Welche Tom-Felle für Rock, Metal und Jazz?
- Die besten Tom-Felle im Überblick
- Fazit
Tom-Felle kaufen – Das Wichtigste in Kürze
Welche Tom-Felle klingen offen und dynamisch?
Was für die Snaredrum gilt, trifft auch zu, wenn es um Tomsounds geht: Einlagige Tom-Felle ohne Schnickschnack schwingen am längsten aus und lassen ein Maximum an Dynamik zu, weil die Folie durch nichts an der Bewegung gehindert wird. Ihr Einsatzgebiet ist damit extrem weit gefasst. Modelle wie das Remo Ambassador Coated, das Evans G1 sowie das Aquarian Texture Coated Fell sind beispielsweise sowohl auf den Toms von Jazzern zu finden als auch auf jenen von Extreme-Metal-Drummern.
Wer den Klangcharakter seiner Toms möglichst unverfälscht hören möchte, ist mit einlagigen Modellen jedenfalls am besten bedient. Ein Vorteil der dünneren Folien ist außerdem, dass Obertöne beim Stimmen besser hörbar und tonal klarer artikuliert wirken als bei dickeren, zweilagigen Fellen. Wem sie dann im Einsatz zu viel des Guten sind, der kann – je nach Geschmack – mit Dämpfung arbeiten.
Auch als Resonanzfelle sind einlagige, transparente Felle weit verbreitet, auch dann, wenn es „obenrum“ doppellagig oder stark gedämpft zugeht. Beim Tuning solltet ihr sorgfältig vorgehen. Mein Tipp: Mit den Resonanzfellen starten und sie etwas höher stimmen als die Schlagfelle. Ein zu langes Sustain könnt ihr – wie auf der Schlagseite – anschließend per dosierter Dämpfung verkürzen. Weiter unten habe ich euch einige Optionen zur Dämpfung von Toms und Floortoms zusammengestellt.
Welche Tom-Felle liefern einen kontrollierten, rockigen Sound?
Obwohl mit einlagigen Tom-Fellen fast alles geht, nutzen mindestens genauso viele Drummer doppellagige Versionen auf ihren Toms. Dafür gibt es gute Gründe. Durch das erhöhte Membrangewicht schwingen die Felle etwas kürzer aus und begrenzen auf natürliche Weise die entstehenden Obertöne. Dies kann in vielen Situationen von Vorteil sein, so bevorzugen nicht nur Rockdrummer einen subjektiv bassigeren und kürzeren Ton.

Typen wie das Remo Emperor, Evans G2 oder Aquarian Super 2 empfehlen sich nicht nur im Proberaum, sondern auch im Studio- oder Live-Einsatz, also dort, wo Tontechniker viele Schallquellen zusammenmischen müssen und langes Ausklingen der Trommeln eher stören würde. Ein weiterer netter Nebeneffekt dickerer Tom-Felle ist ihre erhöhte Haltbarkeit. Laute Drummer, Vielspieler und Freunde schwerer Sticks können mit der Investition in haltbarere Felle mittelfristig bares Geld sparen.
Welche Rolle spielen Resonanzfelle bei Toms?
Auch bei den Resonanzfellen kann sich ein bisschen Experimentierfreude lohnen. So lassen dünne, einlagige Resonanzfelle kleinere Toms mehr „singen“, während doppellagige oder beschichtete Modelle gerade auf Standtoms etwas kontrollierter und bassiger klingen, ohne dass sich der Attacksound verändert.

Langweiliger Tomsound? Experimentiert mit Fellen!
Es gibt unendlich viele Kombinationen aus Toms und Fellen und niemand hat schon alle gehört, geschweige denn selber ausprobiert. Wenn ihr euer Set gut kennt und euch auch beim Stimmen recht sicher fühlt, kann es sich lohnen, die eingetretenen Pfade der Fellwahl zu verlassen und auf klangliche Entdeckungsreise zu gehen.
Alle Hersteller bieten interessante Alternativen in ihrem Tomfell-Programm, welche sich eignen, bestimmte Soundvorstellungen umzusetzen, die mit den „Normalos“ nicht so ohne Weiteres umsetzbar sind. Remo Suede- oder Renaissance-Modelle verwenden beispielsweise andere Folienmaterialien, welche auch die Soundtextur der Trommel deutlich verändern. Bei Evans wird der Soundfreund bei den EC- oder Frosted-Modellen fündig, Aquarian stellt Vintage-Fans mit den Modern-Vintage-Typen zufrieden. Mit den Asapura-Fellen aus Japan gibt es sehr rund und ausgewogen klingende Sounds zu entdecken. Wer es noch mehr in Richtung Jazz oder Vintage mag, sollte unbedingt mal die Naturfelle von Kentville Drums ausprobieren.
Wie dämpft man Toms richtig?
So schön ein sauber und lange ausklingendes Tom auch klingen mag, es gibt viele Szenarien, in denen genau das nicht funktioniert. Zum Beispiel, wenn Mikrofone involviert sind. Auch wenn wir Drummer es vielleicht nicht so gerne hören: Toms sind innerhalb einer Produktion nur ein kleiner Teil des Gesamtklangs und je mehr Platz sie im Mix beanspruchen, desto problematischer wird es. Spätestens für Aufnahmen oder Livegigs solltet ihr also ein Mittel zur Sustain-Begrenzung am Start haben.
Den drastischsten Effekt bieten vollflächig aufliegende Dämpfer wie zum Beispiel die BFSD Quesadillas oder Mr. Muffs Muffins. Das Ergebnis ist nicht nur ein extrem trockener Klang, auch der Attack wird deutlich weicher. Ideal für Retro-Tomsounds à la Ringo Starr .

Für leichte Verkürzungen des Ausklangs oder Korrekturen von Stimm- oder Gratungsfehlern solltet ihr euch bei weniger brachialen Produkten bedienen. Ein Klassiker ist nach wie vor das berühmte Gaffa-Gewebeband, wesentlich angenehmer zu handhaben sind jedoch Produkte wie die MiniMuffs, Snareweights, Moongel oder die populären Muff Bites.
Welche Tom-Felle für Rock, Metal und Jazz?
Tom-Felle für Rock & Pop
Für Rock und Pop sind doppellagige Tom-Felle besonders beliebt, da sie einen kontrollierten, druckvollen und gut mischbaren Sound liefern.
Modelle wie Remo Emperor oder Evans G2 reduzieren Obertöne auf natürliche Weise und sorgen für einen fokussierten Ton mit kürzerem Sustain – ideal für Bandkontexte und Live-Situationen.
Kurz gesagt: Zweilagig = kontrollierter Rock-/Pop-Sound

Tom-Felle für Metal
Im Metal sind maximale Kontrolle, kurzer Sustain und viel Attack gefragt. Deshalb greifen viele Drummer zu stark gedämpften oder besonders robusten doppellagigen Fellen.
Diese liefern einen sehr fokussierten, tiefen Sound, der auch bei schnellen Fills klar bleibt und sich im Mix durchsetzt.
Kurz gesagt: Doppellagig + Dämpfung = maximaler Punch

Tom-Felle für Jazz
Für Jazz bevorzugen viele Drummer einlagige Tom-Felle, da sie einen offenen, resonanten und dynamischen Klang ermöglichen.
Sie reagieren sensibel auf Spielweise und lassen das volle Klangpotenzial der Trommel wirken – ideal für akustische Settings.
Kurz gesagt: Einlagig = offen & dynamisch
Die besten Tom-Felle im Überblick
Einsatz | Empfehlung | Sound —————————————– Rock & Pop | Remo Emperor, Evans G2 | Kontrolliert, druckvoll Metal | Evans EC2, Aquarian Super 2 | Kurz, fokussiert, viel Attack Jazz | Remo Ambassador, Evans G1 | Offen, resonant Allround | Einlagig oder leicht gedämpft | VielseitigFazit
Wenn es um die Auswahl von Equipment geht, gibt euch eure eigene Art zu spielen oft schon die entscheidenden Hinweise, was am besten passen könnte. Wenn ihr beispielsweise viele schnelle Fill-Ins spielt, könnte es empfehlenswert sein, einen Tomsound zu wählen, der einerseits einen klaren Attack liefert und andererseits nicht zu lange ausklingt. Das gilt besonders, wenn euer Drumset in unbehandelten, stark nachhallenden Räumen steht. Felle wie das Remo Powerstroke 3 reduzieren den Ausklang der Toms deutlich und machen ihren Ton insgesamt kompakter und besser ortbar. Das ist übrigens auch dann von Vorteil, wenn ihr euer Spiel hinsichtlich Dynamik und Präzision analysieren möchtet. Ein großer, offener Tomsound hingegen klingt immer dann am besten, wenn er Raum hat, sich zu entfalten. John Bonham’s Tomsound ist hier nur ein Beispiel, das weite Feld nicht zu schneller Rockmusik bietet euch aber insgesamt viele Möglichkeiten, den Klang eurer Toms eher länger ausklingend zu gestalten. Deutlich höher gestimmt, gilt dies natürlich auch für eine leichte, jazzige Spielweise.
Wer die gängigen Produkte ausprobiert hat und mal was Neues checken möchte, findet im Sortiment der Hersteller unzählige spezielle Tom-Felle, mit denen sich der Tomsound noch stärker in bestimmte Richtungen modellieren lässt.
Mehr zum Thema Bassdrum-Sound und passende Felle findet ihr in unserem Artikel zu Bassdrum-Fellen, unsere Empfehlungen zu Snare-Fellen findet ihr hier.
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Das richtige Snare-Fell macht mehr aus, als du denkst. Wir zeigen dir, wie du Sound, Haltbarkeit und Spielgefühl gezielt beeinflusst.

Mit oder ohne Loch? Einlagig oder zweilagig, vorgedämpft oder offen? Wir zeigen euch, welches Bassdrum-Fell zu eurem Sound passt.
























