Karrieretipps für Musikerinnen und Musiker: So gelingt dir 2026 dein musikalischer Durchbruch … garantiert nicht! Neben den rein musikalischen Fähigkeiten sind die so genannten „Soft Skills“ mindestens ebenso wichtig für eine erfolgreiche Karriere und das Bestehen einer Band, also Themen wie Team- und Kommunikationsfähigkeit, etc. Die 10 wertvollen Karrieretipps dieses Artikels fußen auf jahrzehntelanger fachmännischer Beobachtung, könnten allerdings Ironie, Sarkasmus sowie schwarzen Humor beinhalten, und wurden in der Praxis wenig bis überhaupt nicht auf ihre Wirksamkeit überprüft.

Immer die Schuld auf andere schieben
Was schon in der Schule oder im Musikunterricht funktioniert hat, gilt für die Band selbstverständlich genauso. Früher war der Lehrer schuld an schlechten Noten – heute ist es die Kollegenschaft. Wenn diese dich mit ihren eigenen Unzulänglichkeiten in deiner Performance einschränken, kannst du verständlicherweise nicht auf dem Niveau agieren, welches du eigentlich von dir gewohnt bist. Eine große Hilfe für die Mitmusiker ist es, wenn du diese unumstößliche Tatsache klar und ausführlich artikulierst. Wenn man Menschen ihre Fehler nicht aufzeigt, können sie schließlich auch nicht an sich arbeiten!
Du leistest dadurch also aktive Hilfe und greifst deinen Kollegen uneigennützig unter die Arme. Falls jemand daran zweifelt, dass er oder sie Schuld ist, solltest du ganz entspannt den klaren Beweis anführen, dass Fehler deinerseits in anderen musikalischen Projekten im Grunde nicht existent sind. Du wirst überrascht sein, wie viel Bewunderung dir dafür entgegenschlägt! Diese wird einzig von der Dankbarkeit deiner Mitmenschen übertroffen, da du die Kolleginnen und Kollegen selbstlos auf ihre Fehler aufmerksam gemacht machst und ihnen geholfen hast, zu besseren Musikern (und Menschen im Allgemeinen!) zu werden.

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Immer dagegen sein
Egal, ob du mit deinen Bandkolleginnen und Kollegen einer Meinung bist oder nicht – zeig einfach “Kante” und sei grundsätzlich gegen alles! Diese Verhaltensweise ist ein Geheimtipp unter CEOs und Managern weltweit, schärft sie doch das eigene Profil ungemein. “Dagegen sein” beweist, dass du eine eigenständige Persönlichkeit mit einer eigenen Meinung bist, kein weichgespülter Softie, der seine Fahne in den Wind hängt. Solche Luschen braucht die Menschheit nämlich nicht! Gleichzeitig bist du mit deiner stets klaren negativen Meinung und Haltung auch ein leuchtendes Vorbild für dein Umfeld.
Zu diesem Punkt gehört übrigens auch das Verbreiten von schlechter Laune. Ein großer Fehler, den viele Musikerinnen und Musiker machen, ist, ein Gefühl von Harmonie und Zufriedenheit auszustrahlen. Das ist absolut unseriös und unfair gegenüber allen Beteiligten! Stattdessen solltest du besser eine permanent schlechte Laune mitbringen und mit allem und jedem zu jeder Zeit unzufrieden sein.
Dies stellt eindrucksvoll unter Beweis, wie ehrgeizig du bist und dass du immer alles noch besser machen möchtest – totale Hingabe an das Produkt eben! Deine Mitmusiker werden anhand deiner schlechten Laune spüren, dass du Großes mit ihnen planst und das Projekt auf das nächste Level heben möchtest. Auf diese Weise motivierst du deine Mitmenschen um dich herum zu Höchstleistungen, weil sie es dir gleich tun wollen. Wenn dir also an der Band oder dem musikalischen Projekt etwas liegt, solltest du mit schlechter Laune generell nicht geizen. Das ist wahre Hingabe, nicht dieses ekelhafte Harmonie-Gedönse!
Möglichst viel über andere lästern
Ein Punkt, der vielen Musikerinnen und Musikern leider nicht leicht fällt, ist das zwingend notwendige Lästern über Bandmitglieder sowie das Schüren von Intrigen. Diesen Punkt können wir nicht häufig genug betonen. Deine Mitmusiker auf diese Weise zu manipulieren ist enorm wichtig, um sich ihre Loyalität und Freundschaft zu sichern. Auf diese Weise erarbeitest du dir sukzessive Verbündete an deiner Seite, die zu dir aufschauen und fest zu dir stehen, und es entstehen zwangsläufig enge Verbindungen, die weit über kollegiale Freundschaften hinausgehen.

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Nie erreichbar sein
Profis wie du sind schwer beschäftigt – das darf und muss auch nach außen demonstriert werden! Gefragte Künstler haben schlichtweg keine Kapazitäten, um permanent auf E-Mails oder Nachrichten in der WhatsApp-Bandgruppe innerhalb angemessener Zeit zu reagieren. Und seien wir mal ehrlich: Irgendwie ist das ja auch unter deinem Niveau! Keine Sorge, niemand wird dir das übel nehmen, im Gegenteil: Auch hier werden deine Kolleginnen und Kollegen dich als Vorbild sehen, dem es nachzueifern gilt. Denn wer möchte nicht ein viel beschäftigter Musiker wie du sein, dem vor lauter Arbeit die Zeit fehlt, auf Nachrichten zu antworten?
Immer unpünktlich sein
Auf diese Weise zeigst du den anderen deine verdiente Sonderstellung innerhalb der Band. Deine Kolleginnen und Kollegen sollen auf einen Ausnahmekönner wie dich warten – nicht umgekehrt! Auf diese Weise lehrst du deine Mitmenschen die nötige Demut und Respekt. Zudem können Sie die Wartezeit nutzen, um schon mal ohne dich zu üben, so dass der Unterschied zu deinem spielerischen Niveau nicht mehr ganz so krass ausfällt. Dies ist eine wertvolle Lektion für deren Leben, und dein Umfeld wird dir dafür auf lange Sicht dankbar sein!
Niemals vorbereitet zur Probe kommen
Bereite dich auf keinen Fall auf Proben oder Konzerte vor. So viel Rücksicht vor den Mitmusikern muss sein, wenn man mit ihnen langfristig zusammenarbeiten möchte. Wenn du dich nicht vorbereitest, gibst du anderen das Gefühl, dass auch du nicht unfehlbar bist und sie mit einem Ausnahmetalent wie dir auf Augenhöhe agieren können. Du stellst andere nicht bloß, sondern demonstrierst, dass auch du nur ein Mensch bist und ihr alle in einem Boot sitzt. Auch wenn es dir vielleicht schwerfallen mag, dich auf das Niveau deiner Kollegen herabzulassen. Sich nicht vorzubereiten, ist daher gewissermaßen ein Akt der Menschlichkeit und stärkt den Zusammenhalt innnerhalb der Band nachhaltig.

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Niemals fahren können
Soweit kommt es noch, dass du selbst zum Gig fahren musst! Um auf deinem spielerischen Level agieren zu können, solltest du deinen Fokus zu 100% auf die Musik richten und nicht vor dem Gig Energie mit Autofahren verschwenden. Die übrigen Bandmitglieder werden dich für deine Fähigkeit bewundern, die Priorität auf das gemeinsame musikalische Projekt zu setzen, und dich selbstverständlich liebend gern von zu Hause abholen und auch zurückbringen. Zu einem weiteren Punkt, wieso du aus Rücksicht auf die Kollegen auf keinen Fall selbst fahren kannst, kommen wir später noch beim Thema „Alkohol und Drogen“.
Boß kein eigenes Geld dabeihaben
Habe nie selbst Geld dabei, so dass du dir immer etwas für Essen, Kaffee, etc. leihen musst. Dadurch stellst du unter Beweis, dass dir profane Belange unwichtig sind. Deine Kolleginnen und Kollegen spüren dadurch sehr schnell, dass du ihnen moralisch überlegen bist, da deine Prioritäten eben auf dem Wesentlichen liegen. Erneut nimmst du somit eine Vorbildfunktion ein und bist der moralische Kompass des gesamten Projektes.
Ach ja: Dasselbe Ziel lässt sich übrigens auch durch unzuverlässiges Equipment erreichen. Zeige anhand zahlreicher technischer Pannen beim Soundcheck und beim Gig, dass dir materielle Dinge wie gut gepflegtes Equipment nicht wichtig sind, und dass du diesen ganzen Konsum-Wahnsinn ablehnst und Nachhaltigkeit praktizierst. Nach anfänglichem Widerstand werden die übrigen Bandmitglieder dies verstehen und dich für deinen 100%igen Fokus auf die Musik bewundern.
Gage nie auszahlen oder wegen Gage meckern
Hast du einen Gig selbst ausgemacht und die Gage kassiert, zahle sie auf keinen Fall aus – außer natürlich dir selbst! Versuche zumindest, die Auszahlung mit diversen Ausreden so lange wie möglich hinauszuzögern. Auf diese Weise kannst du sehr gut deine Unzufriedenheit mit deinen Mitmusikern demonstrieren und sie motivieren, zukünftig härter an sich zu arbeiten.
Einmal mehr erteilst du deinem Kollegium somit kostenlosen Unterricht, und diese Maßnahme wird euer musikalisches Projekt fraglos in ungeahnte Höhen pushen. Bekommst du hingegen von anderen Bandmitgliedern Gage ausgezahlt, solltest du per se meckern, dass es zu wenig ist. Du weißt schließlich, dass du und deine Leistung deutlich mehr wert sind, als das, was du ausgezahlt bekommst.
Dieses Meckern solltest du generell unabhängig von der Höhe der Gage praktizieren, zeugt es doch von einem gesunden Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen und unterstreicht somit deine Vorbildfunktion innerhalb des Bandgefüges. Du weißt, dass du mehr verdient hast und artikulierst das auch – das ist ein Zeichen von Stärke sowie eine Orientierungshilfe für alle anderen. Schon nach kurzer Zeit wirst du feststellen, wie dankbar dir deine Kollegen dafür sind.

Sex, Drogen und Alkohol
Hier wirst du möglicherweise über deinen eigenen Schatten springen müssen, aber vergiss niemals: Der Erfolg des gemeinsamen musikalischen Projekts steht per se an erster Stelle, und dafür muss man eben manchmal Opfer bringen. Du solltest daher – wenn möglich – mit sämtlichen Freundinnen beziehungsweise Ehefrauen deiner Bandkollegen Sex haben (bzw. Freunden und Ehemännern). Eine ausgeprägte Libido und eine gute Potenz sind Zeichen von körperlicher Gesundheit! Auf keinem besseren Wege demonstrierst du deinem Umfeld, dass du gesund und fit bist und sie nicht mit krankheitsbedingten Ausfällen deinerseits rechnen müssen. Dadurch nimmst du ihnen ihre Ängste und Sorgen, stärkst die Bindung zwischen euch und förderst das Vertrauen, da langfristig mit dir geplant werden kann.
Dasselbe gilt übrigens auch für das Thema Alkohol bzw. Drogen: Ähnlich wie im vorherigen Punkt ist das mühelose Vertragen von gewissen Substanzen ein Zeichen einer robusten Gesundheit und eines intakten Immunsystems. Auch auf diese Weise kannst du den Kolleginnen und Kollegen die Sorge nehmen, dass du eventuell wegen Krankheit ausfallen könntest. Merke: Nur wer es sich leisten kann, sehr leichtfertig mit seiner Gesundheit umzugehen, ist auch wirklich fit!
Ein weiterer positiver Effekt ist, dass du aktiv den in der Gesellschaft weit verbreiteten Ruf des drogen- und alkoholabhängigen Musikers verteidigst. Heutzutage gibt es viel zu viele Musikerinnen und Musiker, die weder Alkohol noch Drogen zu sich nehmen und schlimmstenfalls noch Veganer sind. Dies ist absolut unseriös und keinesfalls vertrauenswürdig. Erwiesenermaßen möchte niemand in der Branche mit so jemandem arbeiten!
Das waren sie, unsere 10 Tipps, mit deren Hilfe ihr euch langfristig eine gute Karriere aufbauen könnt und eure Band oder euer Projekt über Jahre hinweg auf konfliktfreie und harmonische Weise Erfolg haben kann. Wir drücken euch die Daumen und wünschen viel Spaß und Erfolg!
Thomas Meinlschmidt




























