Der Fall Kurt Cobain: Neue forensische Untersuchung stellt Selbstmord-Urteil infrage

Über 30 Jahre nach dem Tod von Nirvana-Frontmann Kurt Cobain bleiben die genauen Umstände stets umstritten. Die erste Einschätzung der zuständigen Behörden legte die Todesursache als Selbstmord fest. Doch eine neue forensische Auswertung kritisiert zentrale Annahmen der Suizid-These. Experten behaupten, der Tod sei mit hoher Sicherheit auf einen Mord zurückzuführen.

© Wikimedia Commons: Nazwa1234

Kurt Cobain wurde am 8. April 1994 im Alter von 27 Jahren tot in seinem Haus in Seattle aufgefunden. Zudem fanden Ermittler eine Schrotflinte, vermutlich die Tatwaffe, und einen Abschiedsbrief. Die Behörden kamen zu dem Schluss, dass sich Cobain drei Tage zuvor, am 5. April, selbst das Leben nahm. Diese Einschätzung gilt bis heute als offizieller Befund.

© Wikimedia Commons: Etsy Ketsy – Cobains Haus in Seattle

Unstimmigkeiten am Tatort

Bereits kurz nach der Bekanntmachung entfachten erste Diskussionen und Verschwörungstheorien über die genaue Todesursache. Doch eine aktuelle Untersuchung eines privaten Forensik-Teams sorgt für weitere Zweifel an der offiziellen Beurteilung.

Das Team um US-Forensiker Brian Burnett und Forscherin Michelle Wiklins haben in den vergangenen Wochen Autopsieprotokolle, Ermittlungsunterlagen und Tatortfotos analysiert und untersucht. Sie kamen zu dem Schluss, dass mehrere Details nicht mit der Suizid-Theorie vereinbar seien.

Zum einen überprüften die Forscher und Forscherinnen medizinische Befunde, die auf Organveränderungen, Flüssigkeit in der Lunge und Hinweise auf Sauerstoffmangel hinweisen. Laut der Untersuchung deuten diese Hinweise auf eine Schwere Heroinüberdosis vor der eigentlichen Schusswunde. Dies könnte dafür sprechen, dass Cobain zum Zeitpunkt der Schussverletzung bereits nicht mehr handlungsfähig war und sich daher nicht hätte erschießen können.

Eine weitere Unstimmigkeit fand das Forschungsteam am “ordentlichen” Zustand des Tatorts. Wilkins erklärte, dass Cobains linke Hand, welche die Schrotflinte hielt, völlig frei von Blutspuren war. „Wenn man sich Fotos von Suiziden mit einer Schrotflinte ansieht, sind sie brutal. Es gibt kein Szenario, in dem diese Hand nicht mit Blut bedeckt wäre.“

Auch die Heroin-Spritzen und Zubehör wurden geordnet und aufgeräumt zusammengepackt in der Nähe der Leiche gefunden. Wilkins bezweifelt, dass der Musiker in dem extremen Zustand einer Überdosis die Spritzen so ordentlich eingepackt hätte, kurz bevor er sich das Leben nahm.

Zweifel am Abschiedsbrief

Ein weiterer Kritikpunkt der Analyse bezieht sich auf den Abschiedsbrief, der ebenfalls am Tatort gefunden wurde. Genauer stechen die letzten vier Zeilen heraus, die sich von der Schrift des übrigen Schreibens unterscheiden. Während der Text zum Großteil wie ein Abschied aus der Musikindustrie erscheint, wirken erst der letzte Abschnitt wie ein Suizid-Brief.

Womöglich, so das Untersuchungsteam, wurden diese Zeilen erst später von einer anderen Person hinzugefügt.

© Wikipedia: Copyright held by Kurt’s estate

Selbstmord war gestellt

Ein weiteres Indiz gegen die Suizid-These findet das Team bei der Tatwaffe. In der Jackentasche Cobains befanden sich Kaufbelege für sowohl Schrotflinte als auch die entsprechende Munition, was für Wilkins ungewöhnlich scheint. Die restliche Munition wurde zudem ordentlich, aneinandergereiht vor der Leiche gefunden. Wilkins erklärte dazu:

„Für mich sieht es so aus, als hätte jemand eine Szene wie in einem Film inszeniert und wollte, dass man sich absolut sicher ist, dass es sich um einen Suizid handelt. Der Kassenbeleg für die Waffe steckt in seiner Tasche. Der Kassenbeleg für die Munition ebenfalls. Und die Patronen sind ordentlich zu seinen Füßen aufgereiht.“

Behörden bleiben bei Suizid-Einstufung

Das King County Medical Examiner’s Office erklärte als Antwort, dass man momentan keinen Anlass für eine Neubewertung des Falls sehen würde: „Das King County Medical Examiner’s Office hat in Zusammenarbeit mit den örtlichen Strafverfolgungsbehörden gearbeitet, eine vollständige Autopsie durchgeführt und alle vorgeschriebenen Verfahren eingehalten, um zu dem Ergebnis zu gelangen, dass es sich bei der Todesart um Suizid handelt.

Unser Amt ist grundsätzlich jederzeit bereit, seine Schlussfolgerungen zu überprüfen, falls neue Beweise auftauchen sollten. Bis heute haben wir jedoch nichts gesehen, was eine Wiederaufnahme dieses Falls oder eine Änderung unserer bisherigen Einschätzung rechtfertigen würde.“

Daher bleibt bis jetzt Selbstmord die offizielle Todesursache von Kurt Cobain. Ob die neu vorgebrachten Untersuchungen trotzdem noch zu einer Neubewertung führen werden, bleibt abzuwarten. Bis jetzt zeigt diese Entwicklung wie das Leben, die Musik und vor allem die Geschichte von Kurt Cobain bis heute relevant bleibt und stets für Diskussionen sorgt.

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