Die AKAI MPC XL richtet sich an Produzenten, die nach einer eigenständigen Produktionszentrale suchen und auf den Rechner verzichten wollen. Technisch legt die AKAI MPC XL deutlich zu: Sie hat mehr Power als ihre Vorgänger, MPCe-Pads für mehr Ausdrucksmöglichkeiten, einen Step Sequencer, Touchstrip und ein überarbeitetes Bedienlayout.

- leistungsstarke Hardware
- vollwertige Stand-alone-Produktionsumgebung ohne Computer
- umfangreiche Anschlussmöglichkeiten
- viele Optionen zur Speichererweiterung
- vertikale Q-Link-Encoder mit Displays für einfacheren Workflow
- expressive Pads für zusätzliche MPE-Performance-Optionen
- redundante Bedienoberfläche erschwert den Einstieg
DETAILS
Für wen eignet sich die MPC XL?
Die AKAI MPC XL ist eine eigenständige Produktionszentrale für Sampling, Sequencing und Mixing – ideal für Beatmaker, die ohne Computer arbeiten möchten.
Als eine der umfangreichsten Grooveboxen ersetzt sie in vielen Bereichen eine DAW und eignet sich besonders als Zentrale im Hardware-Setup. Komplettes Produzieren inklusive Aufnahme von Vocals, Instrumenten oder Synths ist problemlos möglich.
Durch ihren großen Funktionsumfang kommt sie eher für Fortgeschrittene in Frage. Wer also noch am Anfang steht oder in die Sampling-Welt eintauchen möchte, sollte sich auch die MPC Sample anschauen.

Groß, größer, MPC XL
Mit ihren Maßen von rund 54 × 49 × 9 cm und einem Gewicht von 7,2 kg ist die MPC XL als stationäre Studiozentrale konzipiert und nimmt noch mehr Platz ein als frühere MPC-Modelle. Dafür lässt ihre neue Baugröße aber auch mehr Platz für den Step-Sequencer.

Meine NI Maschine MK3 wirkt gegen die MPC XL geradezu winzig. Auf einem 150 cm breiten Schreibtisch bleibt neben der MPC XL noch genug Platz für ein 49-Tasten-Keyboard.

Mit der MPC X hat AKAI das rot-schwarze Design eingeführt, das sich bis zur Live 3 durchgezogen hat. Die AKAI MPC XL setzt nun auf eine neue Kombination aus klassischem MPC-Grau und Schwarz.
Deutlich mehr Power als die Vorgänger
Im Vergleich zur MPC X und X SE hat die AKAI MPC XL deutlich mehr Leistung: Statt Quad-Core arbeitet hier ein neuer 8-Core-Prozessor, kombiniert mit 16 GB RAM (statt 2 GB bzw. 4 GB) und 256 GB SSD.
In der Praxis bedeutet das: noch mehr Plugins gleichzeitig nutzen, größere Projekte anlegen und deutlich flüssiger arbeiten als mit den Vorgängern.
Ein altes Stresstest-Projekt, mit dem ich die MPC X an ihr Limit gebracht habe, läuft auf der MPC XL deutlich entspannter – und zwar mit gerade einmal 32 % CPU- und Speicherlast!
MPCe Pads mit 3D-Sensing
Die MPCe-Pads reagieren nicht nur auf Anschlagstärke und Aftertouch, sondern sie erfassen auch Berührungen auf der Oberfläche, sodass ihr Parameter über X/Y-Bewegungen steuern könnt. Ein Pad feuert außerdem bis zu vier unterschiedliche Samples oder Parameter ab, was euch deutlich mehr Ausdruck beim Spielen erlaubt.

Die vielen Möglichkeiten erfordern allerdings etwas Einarbeitungszeit – selbst erfahrene MPC-Nutzer sollten dafür Zeit einplanen. Natürlich könnt ihr die Pads stattdessen auch „normal“ spielen und auf dieses Feature verzichten, wenn ihr euch eigene Kits baut.
Dank des Updates auf MPC OS 3.7.1 (Stand 31.03.26) könnt ihr MPE-Funktionen wie das Triggern von vier Samples pro Pad jetzt deutlich schneller zuweisen als bei früheren Versionen – zum Beispiel bei der Live 3 bzw. dem vorigen MPC OS.
Step-Sequencer und Performance-Touchstrip
Mit dabei sind 16 Step-Sequencer-Buttons mit Lauflicht, die (wie fast alle dedizierten Buttons) über die Shift-Taste doppelt belegt sind. Im klassischen Step-Mode programmiert ihr damit eure Noten. Je nach Modus lassen sich damit aber auch Steps und Pattern bearbeiten oder weitere Features bedienen. So triggert ihr vom Step Sequencer aus Clips aus der Clip-Matrix, ohne die Matrix selbst auf das Display holen zu müssen.

Der Step Sequencer ist nahezu identisch mit Live 3. Allerdings kommen bei XL noch zusätzliche Buttons hinzu, die zur Navigation, zum Vorhören und für Timing-Korrekturen im Step-Sequencer dienen und für einen direkteren Zugriff sorgen – ohne Umwege über das Display bzw. Editierung im Grid (Pianorolle).
Ihr könnt aber auch weiterhin den klassischen Pad-basierten Step-Sequencer nutzen. Zusammen mit dem Touchstrip, der schon in die MPC Studio mk2 integriert war, gestaltet ihr euren Live-Workflow flexibel: Echtzeit-Effekte wie Filter oder Note Repeat und Funktionen wie Note Strumming, Sustain, Mod Wheel oder Pitch-Bend könnt ihr direkt einsetzen.

16 Q-Link-Encoder mit OLED-Displays
Die AKAI MPC XL bietet 16 Q-Link-Encoder mit angewinkelten OLED-Displays, sodass ihr immer direkt seht, welchen Parameter ihr gerade steuert. Mit dem dedizierten Button könnt ihr auswählen, was ihr mit den Q-Links steuert – darunter Plugin-Parameter, Volume, Pan, Sends, Step-Velocity und mehr.

Die Q-Link-Encoder sind schon ab Werk sinnvoll gemappt, wodurch viele Funktionen sofort greifbar sind. Die Mappings könnt ihr auch frei anpassen und projektbezogen abspeichern – globale Q-Link-Mappings lassen sich leider nicht anlegen. Stattdessen kann man sich aber auch ein eigenes Start-Template mit eigenen Q-Link-Zuweisungen einrichten.
Neu ist die horizontale Anordnung der Encoder. Durch die waagerechte Ausrichtung wirkt sie übersichtlicher und ist zum Beispiel im Mixer deutlich intuitiver. Im Vergleich zur MPC Live III habt ihr hier doppelt so viele Encoder, die ihr direkt bedienen könnt, ohne ständig zwischen Q-Link-Seiten wechseln zu müssen.
10-Zoll-Touchscreen Display mit Multitouch-Gesten
Das zentrale Bedienelement ist ein 10-Zoll-HD-Touchscreen mit Multi-Touch-Gesten wie Zoomen, Doppeltippen oder Halten für Kontextmenüs. Er reagiert präzise, sodass alles flüssig von der Hand geht.
Das Display ist in etwa so groß wie ein iPad 9, wodurch auch längere Sessions problemlos machbar sind.

Dedizierte, umfangreiche Bedienoberfläche
Auch ohne Touchscreen hat man dank zahlreicher dedizierter Hardware-Buttons nahezu jede Funktion im Blick. Die Bedienoberfläche erlaubt es euch, viele Arbeitsschritte direkt auszuführen, ohne dass ihr euch durch verschachtelte Menüstrukturen kämpfen müsst.

Zu viel des Guten ist auch nicht gut!
Durch die vielen kleinen Buttons ist die Bedienoberfläche aber auch sehr umfangreich. Wer bereits mit einer MPC gearbeitet hat, wird sich schnell zurechtfinden. Wer hingegen neu in der MPC-Welt ist, wird erst einmal Zeit zum Studieren der Bedienoberfläche einplanen müssen.
Kein Bock auf Touchscreen?
Wer nicht auf Touchscreens steht, kann per USB oder Bluetooth auch eine Maus anschließen. So läuft das Editing zwar etwas präziser, dafür fühlt sich der MPC-Workflow aber eher fremd an. In der Praxis arbeitet ihr mit Touchscreen und Buttons schneller.
Zahlreiche Audioanschlüsse
Über USB-C lassen sich bis zu 24 Audio- und 32 MIDI-Kanäle übertragen, wodurch die MPC XL auch als Audio-Interface fungiert. Die Signale könnt ihr so direkt in der DAW aufnehmen.
Vorne sitzen USB, SD-Slot, zwei Instrumenteneingänge, zwei Kopfhörerausgänge, Pedalanschlüsse und ein Output-Mix-Regler fürs flexible Monitoring.


Hinten gibt es zwei XLR/TRS-Inputs mit Phantomspeisung, zwei Instrumenten- und Phono-Eingänge sowie acht separat routbare Line-Ausgänge für Multi-Out-Setups.

MIDI- und CV-Konnektivität
Mit zwei MIDI-Ins, vier MIDI-Outs, USB-MIDI und acht CV/Gate-Ausgängen steuert die AKAI MPC XL zahlreiche externe modulare Geräte gleichzeitig. Über die interne Routing-Matrix konfiguriert ihr Signale flexibel.
Das Routing ist in Anbetracht der vielen Möglichkeiten recht übersichtlich umgesetzt. Auch class-compliant USB/MIDI-Controller könnt ihr hier problemlos integrieren.
Noch mehr Speicher mit zusätzlicher SSD
Intern könnt ihr mit einer 2,5”-SATA-SSD nachrüsten. Dadurch seid ihr weniger auf externe USB-Laufwerke oder SD-Karten angewiesen.


























